Urlaub mit Hund und Katze

Liebe Haustierfreunde,

in der letzten Zeit erreichten uns viele Anrufe und Briefe verunsicherter Haustierbesitzer. Der Grund für diese Unsicherheit sind die neuen EU-Einreisbestimmungen und die damit verbundene Panik-Mache der Behörden.

Wir möchten Ihnen hier versichern, dass die Neuerungen nicht sofort von Ihnen umgesetzt werden müssen, da es für alle Regelungen Übergangsfristen gibt.

Nachfolgend möchten wir Ihnen alle wichtigen Informationen zu diesem Thema mitteilen.

In der EU gelten neue, weitgehend einheitliche Bestimmungen für Reisen mit Hunden, Katzen und Frettchen. Die neuen Regeln sind zum 3. Juli 2004 in Kraft getreten. Weil die EU-Kommission befürchtete, dass es in der Hauptreisezeit in vielen Fällen zu Verwaltungsschwierigkeiten kommen könnte, hat sie als Übergangsmaßnahme beschlossen, dass bis zum 1. Oktober 2004 parallel auch noch die bisherigen einzelstaatlichen Bestimmungen gelten.

Regeln und Sonderregeln
Nach der neuen gemeinschaftsrechtlichen Regelung muss seit dem 3. Juli 2004 für Hunde, Katzen und Frettchen, die innerhalb der Europäischen Union grenzüberschreitend verbracht werden, ein Pass nach einheitlichem Muster mitgeführt werden. Dieser Pass muss dem Tier eindeutig zugeordnet werden können, d. h. das Tier muss mittels Tätowierung oder Mikrochip identifizierbar und die Kennzeichnungsnummer im Pass eingetragen sein.

Die Kennzeichnung mit Tätowierung ist nur übergangsweise bis zum 2. Juli 2011 zulässig - ein guter zusätzlicher Grund, Tierhaltern zur Kennzeichnung mit Mikrochip zu raten. Vorgeschrieben sind ISO-Norm 11784 oder 11785 - bei anderen Standards muss der Tierhalter das Ablesegerät für eventuelle Kontrollen selber zur Verfügung stellen.

Neben Angaben zum Tier und seinem Besitzer muss der Pass den tierärztlichen Nachweis enthalten, dass das Tier über einen gültigen Impfschutz gegen Tollwut verfügt.

Für aus Deutschland stammende Tiere heißt dies, dass die letzte Tollwutimpfung mindestens 30 Tage und längstens 12 Monate vor dem Grenzübertritt durchgeführt worden ist.

Pass, Kennzeichnung und Impfung sind verbindliche Bestandteile der EU-Anforderungen - für nicht gekennzeichnete Tiere sollte der neue Pass nicht verwendet werden.

Die Regelungen zum Heimtierpass gelten grundsätzlich für den privaten Reiseverkehr und auch für den Handel zwischen Mitgliedstaaten der EU inklusive der Beitrittsstaaten.

Auch die neuen EU-Heimtierausweise können von einem niedergelassenen Tierarzt ausgestellt werden. Er benötigt hierfür allerdings eine behördliche Ermächtigung.

Irland, Malta, Schweden und das Vereinigte Königreich sind ermächtigt für eine Übergangsfrist von fünf Jahren ihre bisherigen schärferen Anforderungen an den Tollwut-Impfschutz (Blutuntersuchung auf Antikörper) und besondere Bestimmungen für eine Behandlung gegen Bandwurm- und ggf. Zeckenbefall beizubehalten.

Übergangsregeln gegen Reisechaos
Nach der Entscheidung der Kommission vom 1. Juli 2004 gelten bis zum 1. Oktober parallel altes und neues Recht: Seit dem 3. Juli müssen alle EU-Mitgliedstaaten den Aufenthalt von Heimtieren gestatten, die bereits die neuen Regeln erfüllen. Andererseits müssen sie auch solchen Tieren die Einreise erlauben, die entsprechend den bisherigen einzelstaatlichen Bestimmungen vorbereitet wurden.

Ab dem 1. Oktober gilt eine weitere Übergangsmaßnahme, die von der EU-Kommission bereits am 30. März für den privaten Reiseverkehr beschlossen wurde. Sie besagt, dass die bisher verwendeten Gesundheits- und Impfzeugnisse oder Bescheinigungen weiter verwendet werden können, wenn sie

  • vor dem 1. Oktober 2004 ausgestellt wurden.
  • noch gültig sind (in Bezug auf den Impfschutz).
  • den inhaltlichen Anforderungen des EU-Heimtierausweises entsprechen (d. h. hinsichtlich Angaben zum Tier, seiner individuellen Kennzeichnung durch Tätowierung oder Mikrochip und seinem Besitzer).

Die EU-einheitlichen Passformulare müssen also zunächst nur für Heimtiere der betroffenen Arten verwendet werden, deren Besitzer ab dem 1. Oktober 2004 nicht mehr über geltende (alte) Bescheinigungen verfügen und die deshalb ein neues Dokument für die Reise in andere Mitgliedstaaten benötigen.

Die bisherigen Impfausweise dürfen längstens verwendet werden bis die letzte dort eingetragene Tollwutimpfung ihre Gültigkeit verliert. Die Angaben aus den bisherigen Impfausweisen können von jedem ermächtigten Tierarzt in den neuen Heimtierausweis übertragen werden, auch wenn die Impfung selbst von einem anderen Tierarzt vorgenommen wurde.

Pauschale Ermächtigung für Tierärzte vorgesehen
Die Verordnung (EG) Nr. 998/2003 sieht vor, dass die neuen Heimtierausweise nur von Tierärzten/-innen ausgestellt werden dürfen, die hierzu behördlich legitimiert worden sind. Die Veterinärämter der Kreise und kreisfreien Städte wenden sich dafür von Amts wegen schriftlich an alle Tierarztpraxen. Die behördliche Ermächtigung bezieht sich nicht nur auf den/die Praxisinhaber/-in, sondern auch auf seine/ihre tierärztlichen Mitarbeiter/-innen wie Assistenten/-innen und Vertreter/-innen, auf tierärztliche Kliniken sowie auf tierärztlich geleitete wissenschaftliche Einrichtungen.

Tierärzte/-innen, die bei nichttierärztlich geleiteten Einrichtungen wie z. B. einem Tierheim angestellt sind, sollten für die Ermächtigung selber Kontakt zu ihrer zuständigen Veterinärbehörde aufnehmen.

Mit der behördlichen Legitimation für das Ausstellen der Heimtierausweise übernimmt der Tierarzt zugleich die volle Verantwortung für das ordnungsgemäße Ausfüllen des neuen Dokumentes. Bei Verstößen gegen die Bestimmungen kann dem bescheinigenden Tierarzt die behördliche Legitimation wieder entzogen werden, so dass er dann keine Heimtierausweise mehr ausstellen darf.

Alter Pass - neuer Ausweis
Tierhalter, die nicht beabsichtigen mit ihrem Hund, Katze oder Frettchen zu verreisen, können weiterhin den bisherigen Internationalen Impfpass benutzen. Ansonsten ist der EU-Heimtierausweis insofern generell empfehlenswert, als er nicht nur den neuen Regeln entspricht sondern auch geeignet ist die bisherigen Formulare vollständig zu ersetzen.

Es können nämlich auch alle anderen Impfungen eingetragen werden. Die Angaben aus dem gelben Internationalen Impfpass kann der/die ermächtigte Tierarzt/-ärztin jederzeit in den neuen EU-Pass übertragen. Die Kennzeichnung des Tieres ist dabei zu prüfen und ggf. neu zu setzen.

Registrierung und Sanktionen
Trotz des hohen Aufwands, den die EU mit der Kennzeichnung der Tiere und der individuellen Nummerierung der Ausweise vorschreibt, ist eine Registrierung der Angaben nicht vorgesehen. Dem Tierhalter kann nur ein freiwilliger Eintrag in eines der Haustierregister empfohlen werden.

Tierhalter, die ohne den neuen EU-Pass auf Reisen gehen, müssen mit Problemen an der Grenze rechnen. Im Einzelfall muss mit Sanktionen des jeweiligen Mitgliedstaates gerechnet werden, die bis hin zur Quarantänisierung des Tieres reichen können und mit erheblichen Kos-ten für den Tierhalter verbunden sind.

Weitere Tipps:
Vor Antritt einer Reise sollte auch folgendes bedacht werden. Es ist wichtig sich zu versichern, ob in der Ferienunterkunft Tiere willkommen sind. Außerdem sollten Sie mit dem Tierarzt sprechen und erforderliche Medikamente besorgen. Grenzpapiere müssen beantragt und eine Zeckenprophylaxe sowie eine Herzwurmprophylaxe sollten durchgeführt werden.

Im Gepäck sollten sich folgende Dinge befinden:

  • Impfpass/Grenzpapiere
  • Versicherungsnummer/Anschrift der Haftpflichtversicherung
  • Transportkorb
  • Leine
  • Maulkorb
  • Adress-Schild
  • Floh- und Zeckenhalsband
  • Verbandsmaterial
  • Mittel gegen Durchfall, Desinfektionsmittel, Augen- und Ohrentropfen
  • Tücher zum Reinigen der Augen und Ohren
  • Mittel gegen Reisekrankheit bzw. ein Beruhigungsmittel

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