Länder Guide Bagnoregio

Die kleine italienische Stadt Bagnoregio lädt Urlauber zu einem ganz besonderen Ausflug in die Welt eines mittelalterlichen Burgdorfs ein. Denn um in die Ruinenkulisse des malerischen Ortsteils Civita de Bagnoregio zu gelangen, müssen alle interessierten Gäste zu Fuß über eine 250 Meter lange Brücke aufsteigen.

Aus verwaltungstechnischer Sicht, gehört das in Mittelitalien rund 100 Kilometer nördlich von Rom gelegene Bagnoregio zur Provinz Viterbo. Der Name des im 6. Jahrhundert gegründeten Ortes lautete ursprünglich Balneum Regium, was übersetzt Bad des Königs bedeutet. Denn nach überlieferten Erzählungen, genoss zu der Zeit ein König regelmäßig sein Bad in den umliegenden heilsamen Thermalquellen. Der davon abgeleitete heutige Name Bagnoregio setzte sich aber erst im Jahr 1922 bei den hier lebenden Menschen, den Bagnoresi, durch.

Bagnoregio gilt als verkehrsberuhigte Zone, in die nur die hier lebenden Einwohner mit dem Auto hineingelangen. Besucher müssen ihren PKW auf entsprechend gekennzeichneten Parkplätzen abstellen und die Sehenswürdigkeiten zu Fuß erkunden.

Das eindrucksvolle Stadttor Porta Albano stammt aus dem Jahr 1586. Direkt daneben befindet sich die kleine Kirche des Heiligen Bonaventura, die im Jahr 1856 errichtet wurde.

An der Piazza Cavour im Zentrum von Bagnoregio steht ein Denkmal zu Ehren der Kriegsopfer des Ersten Weltkrieges. Hier befindet sich auch die barocke Kirche San Nicola, die im Jahr 1581 entstand. Links und rechts wird die Kirche vom Bischofspalast und einem Campanile flankiert.

Die Piazza Sant'Agostino wird vom ehemaligen Konvent der Augustiner beherrscht. Hier lohnt ein Besuch der Kirche Santissima Annunziata, die eine romanisch-gotische Fassade besitzt und in ihrem Inneren Renaissancefresken aus dem frühen 15. Jahrhundert enthält. Unmittelbar vor der Kirche ist eine Statue des Heiligen Bonaventura zu sehen.

Auf dem Weg in Richtung Civita de Bagnoregio, kommen Besucher an einem attraktiven Aussichtspunkt vorbei. Der Belvedere gibt den Blick auf die einzigartige Kulisse der burgdorfähnlichen Festung frei. Doch zunächst müssen die 250 Meter der stetig ansteigenden Fußgängerbrücke überwunden werden.

Schon beim Durchschreiten der verzierten Porta di Santa Maria, tauchen die Besucher in die mittelalterliche Atmosphäre von Civita de Bagnoregio ein. Wohl kaum jemand wäre hier überrascht, plötzlich einem hübschen Burgfräulein oder gar edlen Ritter gegenüberzustehen. Die Altstadt ist von schmalen, mit Felssteinen gepflasterten Gassen durchzogen. Zu beiden Seiten sind Treppenaufgänge zu Häuser mit geheimnisvollen Hinterhöfen zu sehen. Die bepflanzten Balkone besitzen schmiedeeiserne Geländer.

An der Piazza San Donato steht die im 8. Jahrhundert erbaute gleichnamige Kathedrale, die 400 Jahre später einen Campanile erhielt.

Eine weitere Sehenswürdigkeit von Civita de Bagnoregio ist der ehemalige bischöfliche Palast, in dem römische und etruskische Ausgrabungsstücke besichtigt werden können.