Länder Guide Corniglia

Corniglia ist eines der fünf Dörfer der Cinque Terre (Weltkulturerbe) im gleichnamigen Nationalpark. Das Bergnest mit nur rund 250 Einwohnern bildet mit Vernazza eine politische Gemeinde und ist der einzige Teil der Cinque Terre ohne direkten Meereszugang zur Riviera Levante (Provinz La Spezia).

Corniglia liegt direkt über der 1874 fertiggestellten Eisenbahnlinie von Pisa nach Genua, durch die diese Küste erstmals eine Landverbindung bekommen hat. Die abenteuerliche Streckenführung mit ungezählten Tunnels ist eine Sehenswürdigkeit für sich. Ein Teil des Bahnhofes liegt im Tunnel unter dem Bergvorsprung, der wie ein Kap ins Meer hinausragt. Von ihm führt die "Ladarina" hoch in die Ortsmitte, eine Treppe mit 377 Stufen. Eine Eisenbahnfahrt auf dem Streckenabschnitt La Spezia - Rapallo sollte zum Ausflugsprogramm gehören.

Als Sehenswürdigkeit im klassischen Sinn muss man, neben der atemberaubenden Landschaft und den steilen Weinbergen, das mittelalterlich anmutende Ortsbild an sich betrachten.

Oberhalb des Ortskerns, des Largo Taragio mit dem alten Ortsbrunnen, erhebt sich die bescheidene Kapelle der Marienbruderschaft (Oratorio dei Disciplinati, auch Oratorio di Santa Catarina) aus dem 18. Jahrhundert. Das dominierende Bauwerk ist bergauf aber die Kirche San Pietro. Sie wurde im Stile der Genueser Gotik um 1350 an der Stelle einer hochmittelalterlichen Kirche erbaut. Die Fassade stammt noch aus der Erbauungszeit, wie auch der eigenwillige achteckige Turm. Das Innere der sehenswerten dreischiffigen Hallenkirche wurde im Barock überkrustet, hat aber die mittelalterliche Struktur bewahrt.

Am Rande des auf römische Zeit zurückgehenden Ortes liegt malerisch die Kapelle Santa Maria Belvedere. Von dort hat man einen herrlichen Blick auf das Meer und die Küste.

Am Ortsrand findet man weiters über einer Klippe auch die Reste einer kleinen Festung (Rocca) aus der Mitte des 16. Jahrhunderts (1557).

Dank der Eisenbahn ist Corniglia ein idealer Ausgangspunkt um die ganze Cinque Terre kennen zu lernen. Doch auch Ausflüge mit der Ferrovia di Stato machen Besuche in Pisa oder Genua attraktiv, da man auf das Auto verzichten kann.

Eine Hauptsehenswürdigkeit ist natürlich der Parco Nazionale delle Cinque Terre, zu dem es auch ein Besucherzentrum in Corniglia gibt. Eine Besonderheit dieses Nationalparks ist neben der Natur die über 1.000 Jahre alte Kultur der Steilhangbewirtschaftung. Dem geschützten Bereich mit 3.860 Hektar Ausdehnung ist ein Schutzbereich im Meer vorgelagert, die Area Marina Protetta delle Cinque Terre, die weitere 4.591 Hektar umfasst. Zu allen Bereichen der rund 15 Kilometer langen Strecke kann man geführte Touren buchen oder sich auf ausgebauten Routen selbständig bewegen.