Länder Guide Palinuro

Palinuro, ein Dorf mit etwa 1.200 Einwohnern, liegt unmittelbar an der Mittelmeerküste in der süditalienischen Region Kampanien, südlich von Salerno. Das Dorf ist Teilort der Gemeinde Centola (rund 5.000 Einwohner).

Der Name des Dorfes Palinuro stammt aus der römischen Sagenwelt. Palinurus soll ein Gefährte des Äneas gewesen sein. (Äneas war Vorfahre des Romulus, des Gründers von Rom). Nach der Sage ist Palinurus am "Capo di Palinuro" aus dem Schiff gefallen, mit dem Äneas nach Italien unterwegs war. Das "Capo di Palinuro" ist eine malerische Felsnase, die sich beim Dorf Palinuro ins Meer erstreckt. Für die Seeleute war es früher ein wichtiger Orientierungspunkt.

In die Zeit der römischen Antike wird der Besucher im kleinen Museum von Palinuro versetzt. Das Museum ist täglich außer montags geöffnet, und der Eintritt ist frei. Im Museum sind antike Gegenstände, z.B. Vasen, zu sehen. Sie wurden in der geschichtsträchtigen Region ausgegraben. Auch Überreste antiker Schiffe sind ausgestellt.

Berühmt ist Palinuro nicht nur wegen des Kaps, sondern auch wegen seiner Grotten. Etwa 35 Grotten wurden am Meeresufer entdeckt. Einige davon können im Rahmen eines Bootsausfluges besucht werden (die Ausflüge finden aus Sicherheitsgründen aber nur statt, wenn die See ganz ruhig ist). Die Grotten haben romantische Namen wie Silbergrotte, Blutgrotte und Blaue Grotte. Eine heißt Mönchsgrotte, weil die Tropfsteine in ihrem Inneren einander so ähnlich sehen wie Mönche in ihren Kutten.

In Centola, ein paar Kilometer landeinwärts gelegen, sind faszinierende alte Bauwerke zu sehen, beispielsweise uralte Türme, wohl die Reste einer Stadtbefestigung. Ein Glockenturm stammt aus dem Jahr 893. Die Kirche von Centola - San Nicola di Mira, ist im Barockstil erbaut. Ebenfalls aus der Barockzeit stammt das ehemalige Kapuzinerkloster von Centola.

Wer im Hügelland bei Centola zu dem Dorf San Severino di Centola hinaufwandert, kann einen wundervollen Ausblick bis weit über das Meer hinaus genießen. Aber den Besucher wird vielleicht auch ein etwas seltsames Gefühl beschleichen, es handelt sich nämlich um ein verlassenes Dorf. Es wirkt ein wenig wie eine Filmkulisse.