Länder Guide Saint Georges d'Oleron

Die zum in der Region Poitou-Charentes liegende Departement Charente-Maritime gehörende Île d'Oléron ist mit knapp 175 Quadratkilometern Fläche die größte französische Biskaya-Insel.

Die Île d'Oléron gliedert sich verwaltungsmäßig in acht Kommunen darunter das etwa 3.500 Einwohner zählende Saint Georges d'Oléron, das aus elf Dörfern und Weilern besteht.

Das Wahrzeichen des Ortes Saint Georges ist seine unbedingt besichtigungswerte romanische Kirche, deren Ursprung auf eine zum Schutz gegen Piraten erbaute Wehrkirche aus dem 11. Jahrhundert zurückgeht.

Der an der Küste liegende Gemeindeteil Boyardville hat seinen Namen von den Unterkünften, in denen hier am Anfang des 19. Jahrhunderts die Arbeiter untergebracht worden waren, die das vor der Küste liegende, als militärischer Schutz der nahen Charente-Mündung projektierte Fort Boyard erbaut haben. Die 1804 begonnenen Arbeiten an dem optisch überaus beeindruckenden, auf einer Sandbank zwischen der Île d'Oléron und ihrer Nachbarinsel Île d'Aix errichteten Bauwerk dauerten mit Unterbrechungen über 50 Jahre.

Der an eine steinerne Arche erinnende bis 20 Meter hohe Ovalbau ist über 60 Meter lang und ungefähr 30 Meter breit. Bereits bei seiner Fertigstellung 1857 galt das Fort als technisch veraltet und war als militärische Festung nahezu nutzlos. Eine Zeitlang diente der Bau als Staatsgefängnis. Weltbekannt wurde es in den 60er Jahren als Drehort von Spielfilmen und in neuester Zeit als Austragungsort diverser TV-Spielshows.

Ein bemerkenswertes Modell des Forts kann im Musée de l'Ile d'Oleron im nahe gelegenen Städtchen Saint Pierre d'Oléron bestaunt werden. Das kleine lokale Volkskunde-Museum informiert unter anderem mit der Komplett-Präsentation einer alten Insel-Küche und einer Trachtensammlung über die Alltagskultur auf der Insel sowie über das Leben des mit der Insel eng verbundenen, in Frankreich überaus populären Schriftstellers Pierre Loti (1850-1923).

In Saint Pierre sollte man auch nicht versäumen, das Schloss von Bonnemie aus dem 14. Jahrhundert zu besichtigen. Ebenfalls sehenswert ist der hier im 13. Jahrhundert errichtete Leuchtturm mit dem gruseligen Namen "Lanterne des Morts" (Totenleuchte). Der schlanke Turm, der seit dem 18. Jahrhundert durch eine Steinpyramide gekrönt ist, kann über eine Wendeltreppe bestiegen werden.