Länder Guide Paestum

Die Ruinenstätte Paestum wartet mit einigen spektakulären Sehenswürdigkeiten aus alter Zeit auf. Um 600 v. Chr. wurde sie als Poseidonia gegründet.

Der Wohlstand sorgte dafür, dass vor allem beeindruckende Tempelanlagen entstanden, die heute zur Besichtigung einladen. Besonders markant sind die drei großen griechischen Tempel. Der dorische Poseidon-Tempel wurde um 450 v. Chr. gebaut und offenbar durch den berühmten Zeus-Tempel in Olympia inspiriert. Obwohl er, wie Funde an der Altarstelle belegen, der Göttin Hera geweiht war, trägt er auch den Beinamen Poseidon-Tempel. Die raffinierte Säulenkonstruktion hinterlässt einen schwerelosen Eindruck und trägt dazu bei, dass er als einer der schönsten Tempel dorischen Stil außerhalb von Griechenland gilt. Dank des sehr gut erhaltenen Zustands vermittelt der Tempel einen detaillierten Eindruck vom Leben der damaligen Bewohner.

Der zweite Hera-Tempel geht auf die Mitte des 6. Jahrhunderts v. Chr. zurück und ist einer der ältesten griechischen Tempel weltweit. Er war ursprünglich als Doppeltempel angelegt und daher möglicherweise auch dem Göttervater Zeus geweiht. Trotz einiger kleiner Stilbrüche wird auch er der dorischen Architektur zugerechnet. Fundstücke von Reliefs und Statuen zeigen, dass er in seiner Blütezeit sehr aufwändig ausgestattet war. Die äußeren Säulen werden von einigen schönen Blumenmustern geziert. Der Hera-Tempel ist auch unter dem Namen Basilika bekannt, der auf einem Missverständnis beruht: Bei der Wiederentdeckung der Stätte im 18. Jahrhundert wurde der Tempel fälschlicherweise für ein öffentliches Justizgebäude gehalten, das in der Antike "Basilika" genannt wurde. Der Altar, der das Bauwerk schließlich als religiöse Einrichtung klassifizierte, wurde erst später entdeckt, doch der Beiname blieb erhalten.

Der dritte große Tempel Paestums ist der Ceres-Tempel aus dem 6. Jahrhundert, von dem heute bekannt ist, dass er eigentlich der Göttin Athene geweiht war. Seine Gestaltung ist einfacher gehalten als die der anderen beiden Tempel, dafür zeichnet ihn ein ungewöhnlich hoher Giebel aus. Trotz des grundsätzlich dorischen Stils zeigt er auch einige ionische Stilmerkmale, die zu seinem Reiz beitragen.

Die Ruinen des Forums vermitteln noch heute einen anschaulichen Eindruck vom Alltag in der antiken Stadt mit Resten des Amphitheaters, des Gymnasiums und der gut erhaltenen Stadtmauer.

Der Besuch wird abgerundet durch einen Abstecher ins nah gelegene Museum. Hier werden nicht nur die prächtigen Fundstücke aus den Tempeln gezeigt, sondern auch Grabfunde aus der weiteren Umgebung. Die Ausstellung präsentiert Statuen, Vasen, Kapitelle, aber auch Waffen und verzierte Sargdeckel.