Länder Guide Lazise

Lazise - eine Reise ins Mittelalter
Lazise ist ein geschichtsträchtiges Städtchen, wie es im Buche steht. Könnten die Steine eine Geschichte erzählen, so würde diese bereits in der Bronzezeit um 16. v. Chr. beginnen.

Während die Überreste der Bronzezeit sicher in den ortsansässigen Museen verwahrt werden, ist die mittelalterliche Geschichte der Stadt allgegenwärtig. Die autofreie Altstadt wird von der mächtigen Stadtmauer umschlossen, die einst von den Venezianern als Schutzwall gegen die anstürmenden Mailänder errichtet wurde. Erbaut im 14. Jahrhundert beschützt die Mauer mit ihren Türmen, Zinnen und den drei urigen Stadttoren einen der ältesten Altstadtkerne des Gardasees.

Wer eines der Stadttore passiert, landet flugs in einer mittelalterlichen Kulisse, die Hollywood nicht besser hätte inszenieren können. Mittelalterlichen Fassaden, charakteristische Bogengänge und enge, verwinkelte Altstadtgassen geben so manch reizvolle Piazza wie die Piazza Vittorio Emanuele frei. Und dafür, dass das historische Ambiente nicht allzu verstaubt wirkt, sorgen Cafés, Restaurants und mediterraner Zauber.

Heute lebt die Stadt mit ihren knapp 7.000 Einwohnern überwiegend vom Tourismus. Früher war sie aufgrund der geografisch günstigen Lage das wichtigste Handelszentrum der Venezianer und ebendies lässt sich anhand der Sehenswürdigkeiten wunderbar zurückverfolgen.

Der malerische Hafen, der heute nur noch die sanft im Wasser schaukelnden Fischerboote beherbergt, diente immer wieder als Schauplatz blutiger Auseinandersetzungen. Einst war dieser idyllische Ort der Kriegshafen der Venezianer. Mehrere Boote und zwei Galeeren lagen dort vor Anker. Heute zeugt nur noch das Wrack der Galeere von dieser bewegten Zeit, das gut einen halben Kilometer abseits des Hafens auf Grund liegt. Die Galeere wurde damals vom Capitano selbst in Brand gesteckt und versenkt, damit sie den Feinden nicht in die Hände fällt.

Ebenfalls ein Relikt der kriegerischen Zeiten ist ein anderes Wahrzeichen der Stadt, die imposante Scaligerburg aus dem 12.Jahrhundert. Kleiner Wermutstropfen für Besucher, die Burg befindet sich in Privatbesitz und steht für Besichtigungen nicht zur Verfügung. Mit ein wenig Glück lässt sich jedoch einem der Konzerte beiwohnen, die gelegentlich hinter den historischen Mauern veranstaltet werden.

Auch die am Hafen gelegene Kirche San Nicolò hat bewegte Zeiten hinter sich. Das Gotteshaus wurde im 12. Jahrhundert ursprünglich zu Ehren des Schutzpatrons der Seefahrer erbaut. Und doch konnte es der heilige Nikolaus nicht verhindern, dass San Nicolò zwischenzeitlich als Kaserne oder Theater zweckentfremdet wurde und mehrfach zerstört wurde. Erst 1953 wurde die Kirche wieder zum Gotteshaus. Liebevoll restauriert erstrahlt San Nicoló nun in neuem Glanz und es gibt eindrucksvolle Fresken aus dem 14. Jahrhundert.

Ebenfalls frisch restauriert und nur einen Steinwurf von San Nicolò entfernt liegt die historische Zollstelle, die Dogana. Der Ort, an dem einst Handelswaren lagerten, beherbergt mittlerweile ein Kulturzentrum. Nach so viel kriegerischer Geschichte empfiehlt sich noch ein Besuch in der Therme di Colà. Das bei Lazise gelegene Thermalbad liegt idyllisch inmitten eines großen Parks. Und ein Bad in dem 37 Grad warmen See ist eine wahre Wohltat.