Länder Guide Monteriggioni

Erblickt man in der Toskana das erste Mal die etwas erhöht liegende italienische Gemeinde Monteriggioni, fühlt man sich sofort in das ferne Mittelalter versetzt.

Schon der Anblick der sehr gut erhaltenen Stadtmauer, die mit einer enormen Länge von 570 Metern und etwa 2 Metern in der Breite die Stadt vor vielen Feinden schützte, ist eine Reise wert. Zu der ursprünglichen Befestigungsanlage gehörten ehemals vierzehn Wehrtürme, von denen elf heute noch gut erhalten sind. In Monteriggioni gibt es aber nicht nur dieses imposante Bauwerk aus dem 13. Jahrhundert zu entdecken. Mehrere interessante und spannende Sehenswürdigkeiten laden in Monteriggioni und der näheren Umgebung zu einem kurzweiligen Besuch ein.

Die Kirche Santa Maria Assunta, welche sich im Herzen des beschaulichen Städtchens befindet, ist ebenfalls ein Anziehungspunkt für Touristen von nah und fern. Sie wurde im spätromanischen Stil um 1213 errichtet und in dem prächtigen Kirchenschiff können Besucher wertvolle Reliquien aus dem 15. Jahrhundert bewundern. Außerdem befindet sich in dem Inventar der Kirche ein beachtenswertes Gemälde der Madonna, gezeichnet von Lippo Vanni, einem italienischen Maler aus dem 14. Jahrhundert. Santa Maria Assunta, ist die einzige Kirche im Ortskern, sie gehört zum ehrwürdigen Erzbistum Siena-Colle di Val d'Elsa-Montalcino und man findet sie direkt am Hauptplatz Piazza Roma.

Wem das immer noch zu wenig Mittelalter ist, sollte unbedingt im Juli nach Monteriggioni kommen. In den ersten beiden Juliwochen verwandelt sich nämlich die bezaubernde Gemeinde in eine spektakuläre Kulisse aus dem Mittelalter. Bei dem berühmten "In festa Monteriggioni di torri si corona", einem bekannten Mittelalterfest werden unter anderem Belagerungen der Burg und abenteuerliche Schlachten nachgespielt, es gibt Konzerte mit mittelalterlicher Musik, Feuerwerke, Jongleure, Akrobaten, einen Mittelaltermarkt, mittelalterliches Puppentheater, Workshops, Lesungen, Theater und noch vieles mehr.

Im etwa zehn Kilometer entfernten San Gimignano können Interessierte den Ausflug ins Mittelalter fortsetzen. Als erstes fallen einem hier die sogenannten "Geschlechtertürme" auf. Von weiten schon sichtbar, wirken diese Türme wie heutige hohe Wolkenkratzer, so dass San Gimignanos auch die Beinamen "Manhattan des Mittelalters" und "Stadt der Türme" bekommen hat. Diese im 12. und 13. Jahrhundert erbauten Wehrtürme dienten vor allem der Verteidigung, aber auch die jeweilige Macht wurde damit demonstriert, dass bedeutet umso höher der Wehrturm gebaut wurde, umso höher sollte auch das Ansehen der darin wohnenden Familie sein. Die Geschlechtertürme wurden so lange immer höher gebaut, wie es die damaligen Möglichkeiten zuließen.

Im 13. Jahrhundert wurde diesem Treiben dann ein Ende gesetzt, indem man schriftlich festlegte, dass der Torre Grossa, der Rathausturm, mit etwas über 50 Metern von nun an als Obergrenze für neu erbaute Wehrtürme dienen sollte. Von den ursprünglich erbauten 72 Türmen, sind bis heute noch die stattlichen Überreste von 15 erhalten geblieben.

Der historische Stadtkern und die einzigartigen "Geschlechtertürme" von San Gimignanomit wurden 1990 von der UNESCO zum Weltkulturerbe bestimmt und locken jährlich eine große Zahl von Besuchern aus aller Welt an, die sich an diesen wertvollen Raritäten aus dem Mittelalter erfreuen.