Länder Guide Alcanar

Alcanar, der südlichste Ort Kataloniens, liegt nicht nur direkt an der Costa Dorada, der "Goldenen Küste". Auch das Delta des Ebro, des wasserreichsten spanischen Flusses ist nur wenige Kilometer entfernt. Diese "verkehrsgünstige" Lage könnte schon bei der Gründung der ersten Siedlung an dieser Stelle, im siebten bis zweiten Jahrhundert vor Christus, eine wichtige Rolle gespielt haben.

Später haben erst die Römer, dann die Araber sich hier etabliert. Sie hinterließen Agrar- und Bewässerungsanlagen, die noch heute verwendet werden. Viele Jahrhunderte später entstanden die Wehrmauern der Stadt und die Verteidigungstürme an der Küste. Der Turm Carrer Nou, Teil der Stadtmauer und der Turm Sant Pere an der Küste sind immer noch erhalten.

Das Alcanar von heute ist zum einen ein attraktiver Badeort, zum anderen aber auch Ausgangspunkt für spannende Ausflüge in die Umgebung.

Die Höhlenmalereien des östlichen Mittelmeerbogens von Spanien zählen heute zum Weltkulturerbe der UNESCO. Teile dieser außergewöhnlichen Zeugnisse aus dem prähistorischen Zeitalter findet der Besucher in den Abric d'Ermites de la Serra de la Pietat bei Ulldecona, der Cova dels Cavalls de Valltorta in Tírig und der Cabra Feixet bei El Perelló. Eine andere unterirdische Schönheit hat Benifallet zu bieten.

Die Cueva Meravelles fasziniert mit märchenhalten Formationen, entstanden in Laufe vieler Jahrtausende durch das langsame Herabrinnen kohlensäurehaltigen Wassers. In der 510 m langen Höhle wird der Besucher in eine geheimnisvolle Welt aus Stalaktiten, Stalagmiten, riesigen Stalagnaten, Sinterformationen, Makkaroni, Sinterbecken und zahlreichen Excentriques entführt.

Das Schmuckstück der alten katalanischen Bischofsstadt Tortosa, direkt am Ufer des Ebro gelegen, ist die Catedral de Tortosa. Die gotische Kathedrale entstand zwischen 1347 und 1557 auf den Resten einer ehemaligen romanischen Kathedrale. Das Bauwerk in der heutigen Form zeigt stilistische Einflüsse aus verschiedenen Jahrhunderten. Zum Beispiel einen Turm aus der Zeit der Mauren neben der klassizistischen Fassade aus dem 18. Jahrhundert.

Nicht weit von der Kathedrale entfernt liegt das Castillo de la Zuda aus dem 10. Jahrhundert. Die Burg wird heute als "Parador" (Hotel) genutzt. Von hier aus kann der Besucher den bestmöglichen Ausblick über die Stadt und das untere Ebrotal genießen.

Ein "grenzüberschreitender" Ausflug in die Region Valencia führt nach Peñíscola. An der höchsten Stelle der Stadt errichteten dereinst die Templer das Castillo de Peñíscola auf den Resten einer alten arabischen Alkazaba. Papst Luna ließ im Jahr 1411 die Burg zu einem päpstlichen Palast mit Bibliothek umbauen. Das solide Bauwerk mit seinen Tonnengewölben beeindruckt noch immer.