Länder Guide Hourtin

Hourtin ist eine französische Gemeinde im Departement Gironde, welches zur Region Aquitanien gehört. Die Gemeinde besteht aus mehreren kleinen Weilern: Le bourg d'Hourtin, Hourtin Plage, Contaut, Piqueyrot und Lachanau. Hourtin liegt an einer der vier französischen Varianten des Jakobswegs.

Die Kirche von Hourtin ist der heiligen Helene geweiht. Im 19. Jahrhundert im historistischen Stil erbaut, ist vor allem das fünfschiffige Innere der Kirche sehenswert. Sehr gut erhalten und schön restauriert sind hier die Wandmalereien, die die Wände mit bunten Ornamenten schmücken. Die Kirche wurde im August 1944 durch Bomben teilweise zerstört. Die Glasfenster wurden 1959/60 restauriert. Die Fenster des Chores sind der heiligen Helene, dem heiligen Ludwig und den vier Evangelisten gewidmet, während die Fenster der Seitenschiffe das Leben von Maria und Joseph darstellen. Das älteste Kunstwerk in der Kirche ist eine Statue der Jungfrau mit dem Kind, die in das 17. Jahrhundert datiert wird. Die Figur war 1955 in den Nebengebäuden der öffentlichen Schule von Hourtin unter einem Sack Kohle gefunden und anschließend restauriert worden.

An baulichen Sehenswürdigkeiten sind neben der Kirche von Hourtin vor allem die Leuchttürme der Gemeinde zu nennen. Die beiden 27 Meter hohen Türme sind aus Ziegeln gemauert. Sie stehen im Abstand von 200 Metern auf einer von Nord nach Süd gerichteten Achse. Die beiden Türme wurden 1860 erbaut, um auf der Strecke zwischen Corduan und dem Cap Ferret Signale geben zu können, wo es zuvor keine Leuchtfeuer gegeben hatte. Es war sehr aufwendig, zwei Leuchttürme gleichzeitig zu unterhalten - man brauchte dafür fünf Wächter, und so wurde der Betrieb des südlichen Turms schon 1894 aufgegeben. Hier ist heute eine Antenne platziert. Man kann die beiden Leuchttürme leicht über Waldwege sowohl mit dem Auto als auch mit dem Fahrrad erreichen.

Ein kurioses Bauwerk in Hourtin ist die ganz aus Bruchstein und Beton bestehende Villa eines Holzfabrikanten, der das Gebäude in der Avenue du Lac in den Jahren 1943 - 45 nach modernem Stilempfinden entworfen und gebaut hat.

In Contaut gibt es eine kleine Kapelle, die auf das Jahr 1933 zurückgeht. Damals wurde sie für die Angehörigen der dort stationierten Angehörigen der Marine erbaut. Das von den Matrosen "Kathedrale von Contaut" getaufte Kirchlein wurde bis Ende der 1950er Jahre für den Gottesdienst benutzt.

Nicht zuletzt gibt es im ehemaligen Bahnhof von Hourtin ein Museum, das die Geschichte der Gemeinde anhand von zahlreichen landwirtschaftlichen Geräten und Werkzeugen dokumentiert.