Länder Guide Loir-et-Cher

Loir-et-Cher ist ein Département der Region Centre, südlich von Paris. Obwohl die Loire das Département durchfließt, waren die kleinen Flüsse Loir im Nordwesten und Cher im Südosten namensgebend.

Die Loire, an der die Hauptstadt Blois ziemlich zentral liegt, trennt die landschaftlich sehr unterschiedlichen Teile des Départements. Nördlich der Loire findet man eine agrarische Struktur, die auch Teil der vormaligen Grafschaft Perche war, und den malerischen, teilweise noch mittelalterlich strukturierten Ort Vendome. Südlich der Loire erstreckt sich ein für französische Verhältnisse ungewöhnlich großes Gebiet mit Wäldern und Forstwirtschaft, die Sologne. Der Hauptort der dünn besiedelten, wasserreichen Landschaft ist die Kleinstadt Romorantin-Lanthenay. Wer Ferienhäuser Loir-et-Cher oder Ferienwohnungen Loir-et-Cher anmietet hat aber vor allem eines im Auge, das Tal der Loire und seine Schlösser zwischen Orleans und Tour.

Zentral liegt das historisch bedeutsame Schloss von Blois. Louis, Herzog von Orleans, wurde 1498 als Ludwig XII. König von Frankreich und wählte seine Geburtsstadt Blois zur Residenz. Er ließ die mittelalterliche Burg umbauen. Auf ihn geht der nördliche Flügel mit dem prachtvollen gotischen Reiterportal zurück. Sein Nachfolger Franz I. übernahm 1515 das Schloss, erbaute den zentralen Renaissanceflügel mit dem berühmten außen liegenden Treppenhaus und behielt Blois als seine Residenz und französische Hauptstadt bis 1524.

Bis 1626 war es aber weiterhin königliche Neben-Residenz und danach Schloss von Gaston d'Orleans, der ab 1626 den Südflügel ausbauen aber nicht mehr vollenden ließ. Trotz der Bedeutung und herrlichen Lage oberhalb der Stadt, soll man diese nicht links liegen lassen. Sie trägt den Titel einer Ville d'art et d'histoire und verfügt über herrliche Bauwerke, darunter den dominanten spätgotischen Dom Saint-Louis und die beachtliche ehemalige Abteikirche Saint-Nicolas im Stile der Frühgotik, die zusammen vom Südufer über die Brücke des 18. Jahrhunderts ein schönes Panorama ergeben.

Im Département Loir-et-Cher findet der Reisende im "Herzen des Loire-Tales" zahlreiche der berühmten Loire-Schlösser, von denen 24, darunter 5 staatliche, zugänglich sind.

Das Sahnestück ist dabei das stilreine Renaissance-Juwel Chateau de Chambord, das Franz I. erbauen ließ, nachdem er Blois aufgegeben und Fontainebleau zur Hauptresidenz erhoben hatte. Es liegt an einem kleinen Zufluss der Loire östlich von Blois und entstand in seinen wesentlichen Teilen von 1519 bis 1547. Das von seinem Bauherrn wenig genutzte, unter gewaltigen Anstrengungen errichtete Schloss war nicht zuletzt eine Machtdemonstration gegenüber Kaiser Karl V. Es liegt in einem der größten Schloss-Parks der Welt, dessen für die Hatzjagd ausgelegte Fläche von 5.433 Hektar durch eine 32 Kilometer lange Mauer eingeschlossen wird.

Vor dem Glanz des 1981 auf die Liste des Weltkulturerbes der UNESCO gesetzten Nationaldenkmals und des Stadt-Schloss-Ensembles Blois droht Vendome zu verblassen. Dabei ist die Stadt reich an Kunstdenkmälern, malerischen Szenerien aus vielen Jahrhunderten und besitzt mit der ehemaligen Abteikirche De la Trinité eines der feinsten Beispiele des Flamboyant-Stils in Frankreich. Vendome ist aber aber auch eine exzellente "Stadt der Gärten" ("Ville fleurie") und allein schon deshalb einen Besuch wert, um das Bild des Départements Loir-et-Cher abzurunden.