Länder Guide Dingle

Neben seiner faszinierenden Naturschauspiele hält die Halbinsel Dingle eine ganze Reihe von Sehenswürdigkeiten aus vor- und frühchristlicher Zeit bereit.

In der Nähe des Ortes Kilmalkedar kann man beispielsweise das Gallarus Oratory besichtigen. Dabei handelt es sich um einen frühchristlichen Kraggewölbebau, der in Trockenmauertechnik errichtet wurde. Dieses Verfahren, bei dem die Steine ohne Mörtel aufgeschichtet werden, findet sich auch bei verschiedenen anderen frühgeschichtlichen Bauwerken der Region. Das Gallarus Oratory entstand vermutlich gegen Ende des achten Jahrhunderts und gilt als eine der ältesten frühchristlichen Kirchen Irlands. Doch nicht nur die Trockenmauertechnik, auch die Gestaltung des Innenraums erinnert an Vorbilder aus vorchristlicher Zeit. Der Bau befindet sich in unmittelbarer Nähe eines Pillar Stones und seine Fensteröffnungen orientieren sich angeblich am Verlauf der Sonne im Jahreszyklus.

Ebenfalls im westlichen Teil der Halbinsel Dingle, in der Nähe von Camp, befindet sich ein weiteres Bethaus, das Killelton Oratory. Auch hierbei handelt es sich um einen Trockenmauerbau. Besonders seit seiner Restaurierung in den 1980er Jahren wurden Parallelen zum Gallarus Oratory deutlich. Der lokalen Überlieferung zufolge liegt unter dem Killelton Oratorium die milesische Prinzessin Fais begraben.

Zum Teil noch weitaus älter als diese frühchristlichen Sehenswürdigkeiten sind die Bienenkorbhütten. Sie wurden bereits seit der Eisenzeit, allerdings auch noch bis ins Mittelalter hinein erbaut. Auch hierbei handelt es sich um die charakteristische Trockenmauertechnik. Besonders sehenswerte Exemplare finden sich in der Nähe der Ortschaft Fahan. Sie stammen vermutlich aus dem Frühmittelalter.

Bereits aus der Jungsteinzeit und frühen Bronzezeit stammen die Keilgräber oder Wedge Tombs, die man etwa in der Nähe von Labbanirweeny oder Maumnahaltora bewundern kann. Dabei handelt es sich um Megalithanlagen, die für den Westen der irischen Insel charakteristisch sind. Typisch für diese Gräber ist eine meist rechteckige Galerie errichteter Steinplatten, die bis zu mannshoch sein können, klassischer Weise jedoch von Westen nach Osten hin niedriger werden. Diese Trägersteine konstituieren den Innenraum des Keilgrabes, der dann mit großen Platten und einem darauf errichteten Hügel aus kleineren Steinen abgedeckt wird.

Weitere Zeugnisse aus vorchristlicher Zeit, die auf der Halbinsel Dingle besucht werden können, sind Menhire, die sich an verschiedenen Stellen finden und teilweise Ogham - Inschriften, aufweisen. Auch Steinreihen, zum Beispiel bei Ardamore, prägen zum Teil das Bild der Landschaft von Dingle.

All dies ist jedoch nur eine Auswahl der Sehenswürdigkeiten von Dingle, das noch weitaus mehr historische Zeugnisse aus prähistorischer, frühchristlicher und mittelalterlicher Zeit aufzuweisen hat.