Länder Guide Gletscher

Über 10 Prozent Islands ist mit Eis bedeckt. Die Eismasse ist unglaublich dich und begraben ganze Gebirge unter sich.

Der Gletscher Vatnajökull ist nicht nur der größte Gletscher Islands, sondern die drittgrößte Eismasse der Erde. Der Gletscher hat ein bis zu tausend Meter dicke Eispanzer und verbirgt unter sich sowohl Täler und Berge als auch aktive Vulkane. Er liegt im südöstlichen Teil Islands und bedeckt eine Fläche von über achttausend Quadratkilometer. Es ist das aktivste Vulkangebiet Islands. Zwar kommt es hier aufgrund die dicke Eisschicht nicht zur Zerstörungen durch Lavamassen, aber wenn die Lava das Eis schmilzt, kann dies enorme Überschwemmungen mit sich bringen.

Die nächstgrößeren Eismassen sind Langjökull, Hofsjökull, Mýrdalsjökull und Drangajökull.

Vatnajökull, Langjökull, Hofsjökull, Mýrdalsjökull und Drangajökull sind typische Plateaugletscher. Plateaugletscher sind flach gewölbte Eisschilde, die von einzelnen Bergspitzen überragt werden. Ausser den Plateaugletschern gibt es auch hunderte von Kar-, Hang- und Talgletschern auf Island.

Der zweitgröße Gletscher Islands ist Hraunfossar. Er liegt nicht weit von Húsafell westlich des Langjökull. Hier stürzen über eine Strecke von einem Kilometer unzählige kleine Bäche aus der wasserdurchlässigen, oberen Lavafelswand in den Hvitáfluss.

In der Nähe von Skaftafell Nationalpark liegt der Gletschersee Jökulsálón. Hier hat sich durch den Rückzug einer Gletscherzunge des Vatnajökull ein kleiner See aus Schmelzwasser gebildet, er ist bis zu 200 m tief. Vom Ende der Gletscherzunge brechen ständig Eisberge ab, die auf dem See umhertreiben. Die frisch abgebrochene Eisblöcke sind leuchtend blau, weil das Eis praktisch frei von Luftblasen ist und daher den blauen Anteil des Lichts reflektiert. Nach einigen Tagen dringt Luft in das Eis ein und der gesamte Spektralbereich des sichtbaren Lichtes wird reflektiert, Das Eis wird dann weiß.