Länder Guide Zentralanatolien

Viele Kulturen haben in dieser Region ihre Spuren hinterlassen. In Catalhöyük an den Nordhängen des Taurusgebirges wurden Überreste von Siedlungen aus dem 8. Jahrhundert v. Chr. ausgegraben. Zentralanatolien wurde u.a. von der Hethiter, Phryger, Römer, Seldschuken und Osmanen bewohnt. Alexander der Große und Timurlenk eroberten ebenfalls die Provinz im Binnenland und im 11. Jahrhundert machten sich die aus dem Osten kommenden Türken die Hochebene zu eigen.

In der Provinz Ankara stößt man auf bedeutende Siedlungen anatolischer Kulturen. Um 2000 v. Chr. gründeten die über den Kaukasus gekommenen Hethiter auf die anatolische Hochebene ihr Großreich, das praktisch ganz Anatolien umfasste. Die Hauptstadt des Hethiterreiches war Hattuscha. In einer Gruppe von Felsen in der Nähe dieser Stadt befindet sich das bedeutende Heiligtum "Yazilikaya", die mit den Reliefs sämtlicher hethitischer Götter, Göttinnen und Gottkönige geschmückt sind. Alacahöyük, die älteste Hethiterstadt, deren Stadttor zu jeder Seite von einer Sphinx flankiert wird, liegt ebenfalls in der Nähe von Hattuscha.

Um 1200 v. Chr. kamen die Phryger von Thrakien aus nach Inneranatolien und gründete westlich von Ankara ihre Hauptstadt Gordion. Alexander der Große soll hier den Gordischen Knoten zerschlagen haben, was ihm, wie das Orakel prophezeit hatte, die Herrschaft über Vorderasien eingebracht hat. Der Grabtumulus des Phrygerkönigs Midas, bei dem sich alles, was er berührte, in Gold verwandelte, erhebt sich in Gordion.

In römischer Zeit sind die Städte Ancyra (Ankara), Caesarea (Kayseri), Tyana (Nigde) und Dorylaeum (Eskisehir) entstanden.

Die Seldschuken erklärten Konya zur Hauptstadt ihres Großreiches. Unter ihnen erlebte das Gebiet die bedeutendste kulturelle Renaissance seiner Geschichte. Im 13. und 14. Jahrhundert war die Stadt Konya eine einzige Sammlung prachtvoller seldschukischer Bauwerke.

Durch Ausbrüche der Vulkane Erciyes und Hasan vor 3 Milionen Jahren wurde die ganze Nevsehir-Hochebene mit Tuff bedeckt. Die ersten Wohnstätten in den Felsen stammen von ca. 4000 v. Chr. Die frühen Christen sowie später die Byzantiner haben Felsenklöster in die Tuffkegel gehauen, die mit herrlichen Fresken geschmückt sind.

Im 1923 wurde das im Herzen der Türkei liegende Ankara zur Hauptstadt und damit zum politischen Zentrum der Republik ernannt. Das prächtigste Bauwerk der Stadt ist "Anitkabir", das Mausoleum Atatürks, Gründer der türkischen Republik. Die zum größten Teil einmaligen Exponate im Ankaraner Museum für anatolische Zivilisationen dokumentieren die etwa 50.000-jährige bewegte Geschichte des Landes.