Länder Guide Kokkola-Kalajoki

Kokkola ist ein Küstenstädtchen mit 36.000 Einwohnern, von denen 20 Prozent schwedischsprachig sind.

Sein Lebensader ist der Hafen, einer der längsten am Bottnischen Meerbusen, der seit 1997 mit einer 13 m tiefen Fahrrinne auch für große Ozeanliner geeignet ist. Hier starten auch die Fährschiffe zum schwedischen Skelleftea, immerhin die weltweit nördlichste Verbindung zwischen zwei Ländern.

Von 1620 - damals wurde der Ort unter Gustav II. Adolf als Karleby gegründet - sind keine Baudenkmäler erhalten, dafür aber das alte Holzhausquartier Nerista im Zentrum, an dessen zwölf Straßenzügen Hunderte von Häusern aus dem 18. und 19. Jh. stehen. Im Bereich der nach dem Stadtgründer benannten Kustaa Aadofinkatu, der Torikatu und der Isokatu findet man die repräsentativsten Gebäude, darunter das Rathaus von 1842, das der Touristeninformation gegenüber liegt, sowie das alste Handelshaus der Stadt, in dem sich eine bedeutende Gemäldesammlung befindet. Nur wenige Schritte entfernt, auf der Pitkänsillankatu beherbergt das ehemalige Schulhaus aus dem Jahre 1695, einer der ältesten hölzernen Profanbauten Skandinaviens, das Historische Museum.

Eine weitere interessante, allerdings recht bescheiden dimensionierte Merkwürdigkeit hält der Englische Park nördlich des Flüsschens Kaupunginsalmi bereit. Dort ist eine englische Barkasse ausgestellt, die 1854 während des Krimkrieges den Finnen (bzw. Russen) bei einem Landungsversuch in die Hände fiel - eine ähnliche Kriegsbeute kann keine andere Stadt der Welt aufweisen!

Neben den genannten Attraktionen macht die Umgebung Kokkolas Reiz aus. Einer der schönsten Ausflüge startet im Sommer fast täglich am Mustakari Yacht-Club. Mit der "MS Elbatar" geht es zur 17 km vor der Stadt gelegenen Insel Tankari, einer kleinen Gemeinde mit Fischerkirche, Seehundjäger-Museum, Leuchtturm, ornithologischer Station, Gästehaus und Café. Ferienhäuser Kokkola-Kalajoki und Ferienwohnungen Kokkola-Kalajoki bieten einen angenehmen Aufenthalt.

Auf der Straße 8 sind es ab Kokkola noch 65 km bis zum Ferienort Kalajoki. Sein größtes touristisches Kapital sind die ausladenden Sanddünen, um die sich in der kurzen Sommersaison ein turbulentes Badeleben entfaltet, das so hoch im Norden wohl niemand vermutet hätte. Zwar stimmt die Eigenwerbung von den "nördlichsten Sanddünen der Welt" nicht, doch lohnt sich der kurze Abstecher von der Hauptstraße allemal. Hinter den Dünen erstreckt sich ein riesiger Campingplatz mit Pool, Tanzdiele und Restaurants.

Weitere Unterkünfte machen den 9500-Einwohner-Ort zum geeigneten Standquartier für die Erkundung des waldreichen Hinterlandes. Dort bieten die Flüsse Pyhäjoki, Vääräjoki, Siiponjoki und Lestijioki fantastische Möglichkeiten für Kanuten und Angler. 17 km vor der Küste warten zwei Leuchtturminselchen, die es bis heute geschafft haben, ihre 1620 vom schwedischen König verliehenen Autonomierechte zu bewahren.