Länder Guide Kajaani

Auf der 88 km langen, von Wäldern und Feldern gesäumten Strecke zwischen Iisalmi und Kajaani überquert man die Wasserscheide zwischen der mittelfinnischen Seenplatte und dem Oulujoki, der in den Bottnischen Meerbusen mündet.

Teile dieses nördlichen Fluss- und Seesystems sind auch der enorm große Oulujärvi und der Nuasjärvi, zwischen denen die heute 37.000 Einwohner zählende Stadt liegt.

Der Kajaanifluss als natürliche Verbindung der beiden Seen war immer schon von großer wirtschaftlicher und strategischer Bedeutung, Grund genug für den schwedischen König Karl IX., auf einer kleinen Insel im Jahr 1604 eine Burg anzulegen. Die Siedlung, die sich in deren Schutz entwickelte, erhielt im Jahr 1651 von Generalgouverneur Per Brahe die Stadtrechte. Im Nordischen Krieg nahmen die Russen Kajaani ein und zerstörten sie, seit dieser Zeit liegt auch die Burg in Ruinen.

Für neuen Aufschwung sorgte im 19. Jh. der Teerhandel, der das sogenannte schwarze Gold aus den Wäldern Kainuus zur Ostseeküste brachte und durch den u. a. Oulu reich wurde. Den Ruderbooten, die alljährlich fast 20.000 Fässer Teer transportierten, entstand im eingen Kajaanifluss ein Nadelöhr, das schließlich 1846 durch den Bau des einzigartigen Teerkanals entschärft wurde. Das war auch die Zeit, in der Elias Lönnrot als Provinzarzt in Kajaani lebte und von hier aus seine Wanderungen durch Nordkarelien unternahm, wo er das Material für sein "Kalevala"-Epos fand. Zu den weiteren berühmten Gestalten der Stadt gehören der Dichter Eino Leino, der im nahegelegenen Paltaniemi geboren wurde, und Urho Kekkonen, der große Politiker der finnischen Nachkriegsgeschichte.

Die Ruinen des ältesten Bauwerks, die 1604 gegründete Burg, befinden sich auf der kleinen Insel Linnansaari mitten im Kajaanikoki. Da die Brücke der Linnankatu geradewegs und wenig pietätvoll über die Anlage geschlagen wurde, kann man bequem zu den Ruinen hinabsteigen und die Aussicht auf den Fluss und den Teerkanal genießen, der unmittelbar westlich liegt. Manchmal wird für Touristen im Sommer ein altes Teer-Ruderboot aktiviert, und der Kanalwächter waltet von seiner restaurierten Stube aus wieder seines Amtes.

Geht man anschließend auf der Linnankatu südwärts, gelangt man in das eigentliche Stadtzentrum, wo an der Kreuzung mit der Kauppakatu das gelbgestrichene Alte Rathaus zusammen mit dem benachbarten Kunstmuseum ein schönes Bauensemble bildet. Der repräsentative Holzbau wurde 1831 von C. L. Engel entworfen.

Ein weiterer städtebaulich interessanter Platz wartet nur zwei Blocks weiter. Dort fällt als erstes die große, neugotische Kajaani-Kirche ins Auge, ein 1896 errichteter Holzbau mit schönem Schnitzwerk. Ferienhäuser Kajaani und Ferienwohnungen Kajaani sorgen für einen angenehmen Urlaub.