Länder Guide Vaasa

Vaasa ist keine jener europäischen Städte, die man als unbedingt sehenswert oder gar romantisch einstuft.

Solche Attribute gehen gemeinhin mit steingewordener oder im Stadtplan bewahrter Geschichte einher, zu der Vaasa einfach keine Zeit hatte. Zwar wurde die Hafenstadt schon im Jahr 1606 gegründet (also nicht von Gustav Vasa, wie man glauben könnte, sondern vom schwedischen König Karl IX., der aber natürlich auch aus der Vasa-Dynastie stammte), doch legten mehrfach Kriege und Feuerbrünste dieses Gemeinwesen in Schutt und Asche.

Nach dem letzten Brand von 1852 blieben einzig zwei Gebäude unzerstört zurück, und da die Landhebung aus Vaasa schon längst eine Binnenstadt gemacht hatte, entschloss man sich gleich zu einer Neugründung 6 km weiter westlich.

Nach Plänen des Architekten Carl Axel Setterberg entstand eine großzügige Stadtanlage für die, um weiteren Bränden vorzubeugen, breite Alleen charakteristisch waren sowie viele Häuser im neugotischen Stil. Doch auch von dieser Neuschöpfung ist nur wenig erhalten, denn die finnische Modernisierungssucht der 70er-Jahre zollte dem Historismus keinerlei Respekt und zog Plattenbauten hoch, die man damals vielleicht praktisch, heute aber nur furchtbar findet. Dass Vaasa trotzdem von vielen Touristen besucht wird, hat drei Gründe: Erstens liegt die Stadt an der schmalsten Stelle des Bottnischen Meerbusens; die Verbindung zum schwedischen Umea dauert nur 4 Std. und wird ganzjährig befahren. Zweitens hat Vaasa eine günstige reisestrategische Lage zwischen Turku und Oulu und bietet sich deshalb als Zwischenstation an. Drittens gibt es nun doch einige sehenswerte Gebäude und Museen und außerdem eine beachtliche Infrastruktur, die zumindest einen kurzen Aufenthalt lohnen.

Ein vierter, historischer Grund interessiert hauptsächlich Finnen: Nach Erlangung der Unabhängigkeit 1917 waren die politischen Verhältnisse im Süden so verworren, dass Marschall Mannerheim seine Truppen in Vaasa versammelte, das in zaristischer Zeit (1855-1917) offiziell den Namen Nikolainkaupunki/Nikolaistad (nach Nikolaus I.) getragen hatte und das er zu seiner provisorischen Hauptstadt ernannte. Von hier aus rollte er im Kampf der "Weißen" gegen die "Roten" Finnland sozusagen von Nord nach Süd auf, bis schließlich die "wahre Hauptstadt" Helsinki die ihr zugedachte Rolle übernehmen konnte.

Heute ist Vaasa das wirtschaftliche, administrative und kulturelle Zentrum der Region Österbotten und hat 57.000 Einwohner. Darunter sind viele junge Leute, denn mit der Universität, finnischen und schwedischen Handels- und Fachhochschulen, dem Designzentrum Westfinnland und vielen anderen Schulen ist Vaasa eine der wichtigsten Ausbildungsstätten des Landes. Knapp ein Drittel der Einwohner spricht Schwedisch und schreibt seine Heimatstadt Vasa. Ferienhäuser Vaasa und Ferienwohnungen Vaasa sind für einen erholsamen Urlaub bestens geeignet.