Länder Guide Vrchlabí

Vrchlabí (dt. Hohenelbe), im südlichen Teil des Riesengebirges an der Elbe gelegen, wird nicht umsonst auch als das "Tor zum Riesengebirge" bezeichnet. Wie fast alles in diesem Teil Europas spiegelt auch die Geschichte dieser Stadt die wechselhafte deutsch/böhmische Vergangenheit wieder.

Erstmals urkundlich im 13. Jahrhundert als Wrchlab erwähnt, tauchte sie ab dem 14. Jahrhundert als Gießdorf wieder auf.

1534 war ein bedeutendes Jahr in der Geschichte dieser Ortschaft. Nicht nur, dass sie mit Christoph von Gendorf einen neuen Besitzer bekam, nein, auch wurde das ehemalige Dorf jetzt zur Stadt erhoben, bekam ein eigenes Wappen und wieder einen neuen Namen - Hohenelbe. Die Spuren, die Christoph von Gendorf in "seiner" Stadt hinterlassen hat, sind bis heute in Vrchlabí zu sehen. Er prägte eine protestantische Gemeinde wie kein anderer. Nicht nur mit dem Bau des Wahrzeichens der Stadt, dem Schloss, sondern auch mit dem Bau von Schulen und einer Kirche.

Bis zum 18. Jahrhundert bestimmte das Erz des Riesengebirges auch die Geschicke von Vrchlabí. Danach gewann die Textilindustrie immer weiter an Einfluss. Heute hat neben dem Tourismus die Autoindustrie mit Skoda die wichtigste Bedeutung für Vrchlabí.

Interessant für Besucher ist neben dem historischen Stadtkern die reizvolle Umgebung des Riesengebirges, die im Winter zu Ski-Langläufen und um Sommer zu Touren mit dem Mountainbike und wandern einlädt.

Sehenswürdigkeiten

  • Vrchlabský zámek, das Schloss in Vrchlabí dominiert die Stadt seit 1546. Als eines der frühesten Renaissancebauten in ganz Böhmen wurde es von Christoph von Gendorf erbaut. Interessant ist auch der aus diesen Jahren erhalten gebliebene Kachelofen des Schlosses mit seiner original böhmischen Majolika-Dekorierung. Zwei unbekannte Meister waren am Entwurf und der späteren Erweiterung beteiligt. Nach der originalen Fertigstellung war das Schloss auch von einem tiefen, 12 m breiten Wassergraben umgeben, der im Laufe der Zeit jedoch zugeschüttet wurde. Trotzdem führt der Weg hinein nur über drei Brücken.
  • Das barocke Rathaus auf dem Stadtplatz von Vrchlabí ist eine weitere Attraktion. Sehenswert ist besonders der Giebel mit den Turmuhren. Von alten, geheimnisvollen Zeiten spricht das lateinische Motto "Ultima latet" - (dt. Die letzte Stunde ist verborgen). Moderner aber nicht weniger interessant ist das heute dort befindliche Informationszentrum der Stadt.
  • Ein ganz bedeutendes Denkmal des Barock ist das von Maximilian von Morzini im Jahre 1704 erbaute Augustinerkloster in Vrchlabí. Erst kürzlich wurde eine aufwendige Restaurierung fertiggestellt.
  • Unbedingt einen Besuch wert sind die für das Riesengebirge typischen Holzhäuser aus dem 16. Jahrhundert in und um Vrchlabí. Auch diese wurden mit viel Liebe wieder instand gesetzt.