Länder Guide Ober-Nitra-Region

Die Ober-Nitra-Region, slowakisch "Nitriansky Kraj", ist ein Landschaftsverband in der westlichen Slowakei, etwa einem Regierungsbezirk vergleichbar, und liegt unweit des Dreiländerecks zu Ungarn und Österreich.

Er umfasst das Nordufer der Slowakischen Donau (ehe sie nach Süden abbiegt und durch Ungarn auf Budapest zusteuert) bis hinauf zu den Mittelgebirgsketten des Inovec und Tribec. Er hat seinen Namen von der Nitra, einem Nebenfluss der Donau, deren Name soviel wie "Fluss, an dem ein Feuer brennt" bedeuten soll.

Nach dem Fluss benannt ist die zweitälteste slowakische Stadt (hinter Bratislava): Nitra hat heute etwa 90.000 Einwohner und trägt, nicht unüblich für Osteuropa, noch diverse andere Namen in diversen Sprachen, da in "Neutra" früher eine große Deutsche Gemeinde und in "Nytra" zahlreiche Ungarn siedelten. Fußballfans mag die Stadt aus dem Europapokal ein Begriff sein, gläubige Christen denken eher an Burg Neutra (Nitriansky Hrad), die heute noch als Bischofssitz dient. Festung und diverse Kirchen sind ineinander verschachtelt, da sie alle auf einem hohen, aber engen Felsen Platz finden mussten.

Die allermeisten Besucher zieht allerdings die grüne Natur nach Nitra. Die Stadt liegt am Fuß des Zobor-Berges (600 m) und damit am westlichen Anfang des dichtbewaldeten Tribec-Gebirges, das bekannt ist für sein langes, enges Netz aus Wanderwegen durch fast noch unberührte Wildnis. Der Zobor selbst überragt die Stadt um 500 Meter mit seinen Kreideklippen und ist zu Fuß oder per Seilbahn zu erobern. Von oben hat man einen herrlichen Ausblick über Stadt und Land bis fast zur Donau hinunter.

Nachdenkliches erwartet den Besucher in Komarno am Donau-Ufer. Diese Stadt war Jahrhundertelang nicht nur Handelsstadt, sondern auch Grenzfestung und Garnison. Ein steingewordenes Denkmal für die ewigen Wirren, die diesen Teil Europas seit jeher erschüttert haben. Das ausgegrabene Römerlager erzählt von der Grenze des Imperiums an der Donau. Die alte Festung erinnert an den Abwehrkampf der Ungarn gegen die Türken, dieweil ein eigenes Museum die Geschichte der Ungarischen Minderheit in der (Tschecho-) Slowakei Revue passieren lässt. Seit 1920 ist die Donau Staatsgrenze zwischen den Stadtteilen Komarno und Komarom in Ungarn, über zwei Brücken verknüpft.

Überhaupt verfügt jede Stadt dieses Landstrichs über eine eigene Befestigung, die Berggipfel sind mit Burgen oder Burgruinen übersät.

Der Massentourismus hat die Ober-Nitra-Region bisher verschont. Hierher kommen bislang nur Naturfreunde, Romantiker und Geschichsbegeisterte. Daher sind Ferienhäuser und Ferienwohnungen in der Ober-Nitra-Region vergleichsweise günstig zu mieten. Auswahl gibt es genug.