Länder Guide Julianadorp

Noch zu Beginn des 20. Jahrhunderts gab es an der Stelle, wo sich heute Julianadorp befindet, nur eine kleine Ansiedlung. Diese wurde Loopuyt genannt und lag in einem Polder. Dieser wurde im Jahre 1824 trocken gelegt. Die Bewohner des Ortes lebten von Ackerbau und Viehzucht.

Als dann 1909 eine eigene Kirche gebaut wurde, erlangte das Dorf den Status der Selbstständigkeit. Den Namen Loopuyt hatte der Ort von seinem Gründer erhalten. Die Niederländer lieben ihre Königsfamilie. Das war sicher auch der Grund, weshalb der so entstandene Ort 1909 den Namen der gerade geborenen Kronprinzessin Juliana bekam. Den Wunsch dazu äußerte Pieter Loopuyt, der Enkel des Gründers. Juliana wurde später Königin der Niederlande und ist die Mutter der amtierenden Monarchin Königin Beatrix.

Die Genehmigung zur Namensgebung Julianadorp erteilte das niederländische Königshaus gern und sah es als Glückwunsch zur Geburt der Thronerbin. Seit diesem Zeitpunkt ist Julianadorp beträchtlich gewachsen. Neue Erwerbszweige schufen Wohlstand und Beschäftigung, zum Beispiel die für die Niederlande sehr bekannte Anzucht von Blumenzwiebeln. Am stärksten jedoch wuchs der Tourismus, der das Leben im Ort bestimmt. Es wurden neue Wohngebiete und zahlreiche Ferienparks gebaut. So waren im Jahre 2006 über 13.000 Einwohner hier gemeldet. Trotz der Größe wurde der Ort in das nahe gelegene Den Helder eingemeindet. Dort befinden sich wichtige Einrichtungen, zum Beispiel Krankenhaus, Schule und Bahnhof.

Betriebsbesichtigungen:
Ein Blumenzwiebelzuchtbetrieb, der besucht werden kann, ist Pluktuin Tulpen & Zo. Er steht stellvertretend für diesen Wirtschaftszweig in Julianadorp, der zahlreichen Einheimischen eine Betätigung bietet.

Selbstpflückgarten:
Einen Besuch wert ist auch der Selbstpflückgarten, der jedes Jahr von Mitte April bis Mitte Mai geöffnet hat. Die Narzissen sind hier nach Sorten gepflanzt, in den Tulpenfeldern stehen die Arten dagegen gemischt.

Floragarten:
Dieser öffnet seine Pforten vom 1. Februar bis zum 28. Mai. Hier wird die Blumenzwiebelbranche mit einem Film und Führungen dargestellt, dazu gibt es Kaffee und Kuchen.

Bäderarchitektur:
In Julianadorp zeigen zahlreiche Bauwerke die Entwicklung der Bäderarchitektur in diesem Teil Hollands in den vergangenen 100 Jahren.

Kirche:
Die 1909 errichtete Kirche markiert einen wichtigen Markstein in der Entwicklung des Ortes. Ihre Architektur steht stellvertretend für die in dieser Zeit entstandenen Gotteshäuser.

Die Museen von Den Helder:
In der nahen Stadt Den Helder, übrigens die einzige in Holland, die an der Nordsee liegt, sind vor allem die zahlreichen Museen besonders attraktiv. In erster Linie sei hier das Marinemuseum genannt. Hier kommen auch Freunde von Fahrzeugen auf ihre Kosten. Zahlreiche Motorräder, Autos und Motorroller bereichern die Ausstellungen.