Länder Guide Zakopane

Zakopane ist ein bedeutender polnischer Kur- und Tourismusort für einen Sommer- oder Winterurlaub in der Tatra.

Wohnhäuser und Sakralbauten in traditioneller, hölzerner Architektur sowie in einem eigenen Baustil sind die Sehenswürdigkeiten in und um Zakopane.

Holzarchitektur in Zakopane
Der polnische Architekt, Maler, Kunsttheoretiker und Schriftsteller Stanislaw Witkiewicz (1851 - 1915) hat sich von der traditionellen goralischen Bauweise inspirieren lassen und diese mit Jugendstilelementen zu einem neuen Baustil zusammengefasst. Dieser Baustil wird Zakopaner Stil genannt. In der Zeit um die Jahrhundertwende vom 19. zum 20. Jahrhundert sind die wunderschönen Villen im Zakopaner Stil entstanden.

Die erste Villa dieser Bauart ist die 1893 gebaute Villa Koliba. Hier ist ein Zakopane-Stil-Museum untergebracht. Diese Villa steht in der Koscieliska-Straße, wie auch weitere sehenswerte Bauwerken. So befinden sich hier auch die erste Kirche von Zakopane, die 1800 gebaute Gasienica-Kapelle und eine Holzkirche, die zwischen 1845 und 1851 entstanden ist. Eine weitere Villa im Zakopaner Stil steht in der Koziniec-Straße, die Villa Pod Jedlami. Diese Villa ist die geräumigste ihrer Art.

Auch das Tatra-Museum ist in einem Gebäude im Zakopaner Stil untergebracht. Das Museum gibt Einblick in regionale Trachten, Kunsthandwerk sowie Flora und Fauna.

Ein weiteres schönes Gebäude dieses Stils auf der Kozieniec-Anhöhe ist das "Haus unter den Tannen". Im Stadtteil Jaszczurówka steht eine Kirche im Zakopaner Stil. In der Villa Witkiewiczowka lebte der Sohn von Stanislaw Witkiewicz, Stanislaw Ignacy Witkiewicz (1885 - 1939), der sich den Künstlernamen Witkacy gab. Witkacy war Fotograf, Maler, Schriftsteller und Philosoph. Seine Theaterstücke werden auch heute noch im Zakopaner Witkiewicz-Theater aufgeführt. Ein frühes Holzgebäude stellt die Sabala-Hütte im westlichen Stadtteil dar. Auf dem Alten und Neuen Friedhof wurden viele für Zakopane und die Region bedeutende Persönlichkeiten beigesetzt.

Ende August findet in Zakopane das Bergfolklore-Festival statt. Hier nehmen aus verschiedenen Bergregionen nationale und internationale Musiker teil.

Holzarchitektur in der Region um Zakopane
Die Goralen sind ein westslawischer Stamm, der unter anderem in Zakopane lebt. Ihre Wohnhäuser aus Holz mit vielen Dachgauben und Giebeln zeichnen sich durch ein besonders aufwendiges Balkenschnitzwerk aus.

Im belebten und denkmalgeschützten Freilichtmuseum Chocholów stehen noch über 30 dieser Wohnhäuser, die um 1900 herum gebaut wurden. Das ansässige Museum stellt Exponate vom 1846 stattgefundenen Bauernaufstand aus.

In Zubrzyca Górna befinden sich ebenfalls viele alte Gebäude, die zusammen ein Freilichtmuseum bilden.


In der Region um Zakopane gibt es historische Kirchen in traditioneller Holzbauweise. So zum Beispiel die zum UNESCO Weltkulturerbe zählende Kirche in Debno Podhalanskie aus dem 15. Jahrhundert. Der Kircheninnenraum ist vollständig bemalt.

Eine weitere prächtige Kirche steht im Dorf Orawka. Diese Kirche stammt aus dem 17. Jahrhundert und ist eindrucksvoll farbig ausgestaltet. Die Orgel wird auf 1670 datiert.

Zum Wallfahrtsort Ludzmierz wird schon seit Jahrhunderten wegen der "Marienfigur mit Kind" (15. Jahrhundert) gepilgert.

Zwei sehenswerte Kirchen stehen auch in Nowy Targ. Zum einen die aus dem 14. Jahrhundert stammende Katharinenkirche mit einer barocken Innenraumgestaltung und zum anderen die aus dem 16. Jahrhundert stammende Kirche der Heiligen Anne.