Länder Guide Niederschlesien

Die kulturgeschichtlich interessante Region rund um die Hauptstadt Wroclaw/Breslau ist sehr stark landwirtschaftlich geprägt.

Hier befindet sich ein malerisches und seltsames Gebirge (herrliche Bergkette der Sudeten mit der Schneekoppe). Und in den Bergen - herrliche Kurorte.

Eine außergewöhnliche Verschiedenheit und Buntheit - das ist die Charakteristik der Wojewodschaft Niederschlesien.

Außergewöhnliche Architekturdenkmäler kann man nicht nur in Breslau, dem wirtschaftlichen und allgemeinen Verwaltungszentrum der Wojewodschaft, finden. Das ist ein kulturreiches Land, wie jedes Land, welches seit Jahrhunderten am Völkerkontakt lebt.

Kultur
Das ganze Jahr lang kann man die Sehenswürdigkeiten von Breslau, Liegnitz (Legnica), Hirschberg (Jelenia Góra) und allen anderen niederschlesischen Städten wie z.B. von Glatz (Klodzko) oder Glogau (Glogów) bewundern.

Die Geschichte der meisten Städte und Städtchen Niederschlesiens geht auf den Zeitraum von 12. bis 14. Jahrhundert zurück. Bis heute haben sich die herrlichen städtebaulichen Systeme sowie viele unter Denkmalschutz stehende Bauwerke erhalten. Die ehemaligen Residenzen, Schlösser, Höfe und Paläste zeichnen sich durch hohe baukünstlerische Vorzüge aus.

Kur- und Heilbäder
Das Auftreten von Heilquellen in dieser Region begünstigt die Entwicklung von verschiedenen Kurorten im Glatzer Talkessel.

Natur
Die Woiwodschaft Dolnoslaskie (Niederschlesien) umfasst wunderschöne Gebiete von hoher touristischer Attraktivität u.a. Sudety (Sudeten), Kotlina Jeleniogórska (Hirschberger Talkessel) und Kotlina Klodzka (Glatzer Talkessel). In dem Riesengebirge (Karkonosze) - der höchsten Bergkette der Sudeten, gibt es nur während zwei Monaten im ganzen Jahr wenige Touristen. Durch die übrigen zehn Monate des Jahres verlockt die höchste Bergkette der Sudeten zahlreiche Ski- und Bergwanderungsanhänger.

Sehenswert
Zu den touristischen Anziehungspunkten, die man auf keinen Fall übersehen darf, gehört das Gebirge Góry Stolowe im Glatzer Talkessel mit dem Reservat Bledne Skaly und der Straße von 100 Kurven. Besonders sehenswert ist auch die Höhle Jaskinia Niedzwiedzia bei Kletno, die als eine der schönsten in Polen gilt, mit ihren 3 km langen Gängen und unterirdischen Bächen

In der Nähe von Breslau soll man sich unbedingt das Zobtenmassiv (Masyw Slezy) ansehen. Die ältesten Felsen des Massivs sind etwa 300 Millionen Jahre alt.

Boleslawiec/Bunzlau
Sie ist vor allem durch ihre Keramik bekannt. Viele Geschäfte und Märkte in der Stadt haben sich auf diese Waren spezialisiert, das Keramikmuseum zeigt wertvolle Kollektionen. Der alte Stadtkern rund um das Rathaus aus dem 16. Jahrhundert wurde in den vergangenen Jahren wieder hergerichtet.

Legnica/Liegnitz
Die größte Stadt im Norden, sie wurde im Krieg sehr stark zerstört, doch im Zentrum haben sich einige historische Bauten erhalten. Die Pfarrkirche St. Peter und Paul am Marktplatz stammt aus dem 14./15. Jahrhundert und verfügt über zwei prächtige gotische Portale. Das spätbarocke Rathaus stammt aus der Mitte des 18. Jahrhunderts. Das Stadttheater, 1842 nach Plänen von Langhans gebaut, wurde vor wenigen Jahren restauriert. Nördlich des Marktplatzes findet sich das Schloss der Piasten, das ursprünglich aus dem 13. Jahrhundert stammt, im 19. Jahrhundert aber von dem Baumeister Friedrich Karl Schinkel umgebaut wurde.

Legnickie Pole/Wahlstatt
Legnickie Pole/Wahlstatt liegt südlich von Legnica, ist bekannt durch eine der größten Schlachten des Mittelalters. 1241 kämpfte hier ein polnisch-böhmisch-deutsches Heer gegen die Tataren. Der Heerführer Heinrich der Fromme fiel, aber der Vormarsch der Tataren konnte aufgehalten werden. Heinrichs Mutter, die Heilige Hedwig, stiftete dem Ort eine Pfarrkirche. Zu Ehren der Heiligen Hedwig wiederum entstand im 18. Jahrhundert eine prächtige barocke Kirche.

Lubiaz/Leubus
In dem rund 30 km östlich von Legnica gelegenen Ort findet sich ein sehenswertes Zisterzienserkloster. Der 223 x 118 Meter große Komplex aus der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts war bei seiner Entstehung der größte in Europa.

Swidnica/Schweidnitz
Sie besitzt den mit 103 Metern höchsten Kirchturm Niederschlesiens. Er gehört zur gotischen Pfarrkirche am Marktplatz. Ringsum finden sich prächtige Patrizierhäuser. Swidnica, südwestlich von Wroclaw gelegen, war einst eine wichtige Handelsstadt und bekannt für sein Bier. Die schöne Altstadt hat den Krieg unbeschadet überstanden. Die äußerlich eher schlicht wirkende Friedenskirche aus dem 17. Jahrhundert überrascht durch ihre barocke Pracht im Inneren. Sie ist komplett ausgemalt.

Trzebnica/Trebnitz
In dem Ort begründete die Heilige Hedwig Anfang des 13. Jahrhunderts ein Zisterzienserkloster. Die Klosterkirche gilt als ältester romanischer Backsteinbau in Schlesien. Das Grabmal von Hedwig ist ein beliebtes Wallfahrtsziel.

Zlotoryja/Goldberg
Die knapp 800 Jahre alte Stadt verfügt im Zentrum noch über einige sehenswerte mittelalterliche Bauten. Bekannt ist die Stadt als ehemaliges Zentrum des Goldbergbaus. An diese Tradition erinnern die jährlich stattfindenden Internationalen Meisterschaften im Goldwaschen.

Glogów/Glogau
Die Stadt war am Ende des 2. Weltkriegs zu 95 Prozent zerstört. Anders als in Gdansk/Danzig wurden die Ruinen nicht wieder aufgebaut. Statt dessen entstand direkt daneben eine neue Stadt. Doch Anfang der 90er Jahre begann in der Oderstadt ein Wiederaufbauprogramm, das zu den ambitioniertesten und interessantesten in ganz Polen gehört. Die Altstadt wird wieder zu einem lebenswerten Viertel und einem Besuchermagnet. Die Stadt bietet eine Reihe von sehenswerten Baudenkmälern.

Wroclaw/Breslau
Wroclaw ist die viertgrößte Stadt Polens und Verwaltungszentrum der Woiwodschaft Niederschlesien. Die Stadt an der Oder ist ein wichtiges Wirtschafts- und Wissenschaftszentrum.

Sehenswürdigkeiten
Bedeutendstes Baudenkmal ist das gotische Rathaus am Marktplatz, Rynek. Es wurde im 13. Jahrhundert begonnen und bis zum 16. Jahrhundert immer wieder um- und ausgebaut. Die Ostfassade schmückt eine astronomische Uhr aus dem Jahr 1580. An der Südseite findet sich der Eingang zur Piwnica Swidnicka, dem historischen Schweidnitzer Bierkeller.

Den alten Markt und den benachbarten Salzmarkt, Plac Solny, umgeben schöne Bürgerhäuser, die im gotischen und barocken Stil wieder aufgebaut wurden. Die Maria-Magdalena-Kirche am Markt stammt aus dem 14. Jahrhundert, das wertvolle romanische Portal ist noch 200 Jahre älter.

Die Dominsel, Ostrow Tumski, gilt als der älteste Teil der Stadt. Spuren einer ehemaligen Fürstenburg stammen aus dem 9. und 10. Jahrhundert. Heute finden sich dort mehrere sehenswerte Sakralbauten. Der zweitürmige Johannesdom entstand zwischen dem 13. und 14. Jahrhundert, die St. Ägidienkirche und die Kirche St. Martin reichen bis ins 12. Jahrhundert zurück.

Auf der benachbarten Sandinsel, Wyspa Piaskowa, befindet sich die Kirche St. Maria auf dem Sande. Sie entstand im 14. Jahrhundert und besitzt einige wertvolle gotische Altare.

Die kunstvoll ausgemalte Leopoldina-Aula im Hauptgebäude der traditionsreichen Universität gilt als einer der wertvollsten Barockräume Polens. Sie kann besichtigt werden.

Außerhalb des Zentrums, an der Straße Zygmunta Wroblewskiego entstand 1913 die von Max Berg entworfene Jahrhunderthalle mit der damals größten freischwebenden Kuppel der Welt. Sie bietet Platz für 20.000 Menschen. Unweit davon befindet sich das 1929 im Bauhausstil entworfene Wohnviertel Sepolno.

Wroclaw verfügt über eines der bedeutendsten jüdischen Gotteshäuser in Polen, die Synagoge "Zum Weißen Storch", sowie einen großen Jüdischen Friedhof.