Länder Guide Westende

Seiner ruhigen und beschaulichen Atmosphäre wegen trägt die in Westflandern gelegene Stadt Westende den Beinamen "Parel van de kust", was soviel wie "Perle der Küste" heißt.

Der zur Gemeinde Middelkerke zählende Ort nennt zwei Stationen der Kustram sein eigen, die zu der längsten Straßenbahnlinie der Welt gehören.

Attraktive Sehenswürdigkeiten findet der an Kultur und Geschichte interessierte Besucher in der nahe gelegenen Stadt Ostende. Im Stadtzentrum des Küstenbadeortes steht die zwischen 1899 und 1905 errichtete St. Petrus und Pauluskirche.

Einen Besuch wert ist neben dem Atlantikwallmuseum und dem historischen Museum De Plate auch das Fort Napoleon. Diese militärische Anlage, die in den Jahren von 1811 bis 1814 durch Napoleon Bonaparte erstellt wurde, sollte die Abwehr einer britischen Invasion sicherstellen. In den ersten beiden Weltkriegen diente es deutschen Besatzungstruppen als Stützpunkt. Nach stetem Verfall wurde das Fort Napoleon im Jahr 1995 an die Stiftung Flämisches Erbe übergeben. Es folgte eine akribische Restaurierung und die Eröffnung der geschichtsträchtigen Festung als Museum im Jahr 2000.

Nicht nur für Freunde der Seefahrt kann ein Besuch des ehemaligen Segelschulschiffes Mercator ein aufregendes Erlebnis sein. 1931 beauftrage die belgische Regierung eine schottische Werft mit dessen Bau. Anfangs als Toppsegelschoner unterwegs wurde es später in der Normandie zu einer Barkentine umgebaut. Vor Ausbruch des Zweiten Weltkrieges wurde die Mercator neben Ausbildungszwecken auch für wissenschaftliche Erkundungsreisen eingesetzt. Im Jahr 1943 diente das Schiff bis Kriegsende unter den Briten als U-Boot Depotschiff. Seit 1963 liegt die Mercator, ab diesem Zeitpunkt als Museumsschiff, im alten "Zweiten Handelsdock" in Ostende vor Anker.

An Kunst interessierte Urlaubsgäste sollten einen Besuch des James-Ensor-Haus nicht verpassen. Der als Vorreiter des Expressionismus geltende Maler James Ensor erbte im Jahr 1917 das Haus in der Vlaanderenstraat 27. Bis zu seinem Tod im November 1949 nutzte er das Domizil als Wohn- und Arbeitsstätte. Im Jahr 1974 erfolgte seine Wiedereröffnung als Museum. Weitere Werke belgischer Künstler sind im PMMK, dem Provinciaal Museum voor moderne Kunst, ausgestellt. Hier können unter anderem Arbeiten von Leon Spilliaert, Emile Salkin und natürlich auch von James Ensor bewundert werden.

Nahe der Ostseeküste, in der Gemeinde Koksijde, befinden sich die Reste des ehemaligen Klostern Ten Duinen. Im Jahre 1107 von benediktinischen Eremiten gegründet, wurde es unter dem Orden der Zisterzienser geführt. Als eines der wichtigsten Klöster seines Areals besaß es neben Ländereien in Flandern auch Gebiete in Holland und auf der britischen Insel. Heute ist von seiner ruhmreichen Vergangenheit jedoch lediglich eine Ruinenstätte erhalten geblieben.