Länder Guide Oudenaarde

Oudenaarde liegt 14 m über dem Meeresspiegel und hat ca. 27.000 Einwohner. Oudenaarde (frz. Audenarde), im Süden Ostflanderns am Übergang der flämischen Ardennen ins Geestland gelegen und von der Schelde durchflossen, ist eine stille Kleinstadt, die eine beachtliche Textilindustrie besitzt und für ihr außergewöhnliches Bier aus der Brauerei Liefmans bekannt ist.

Für den Kunstfreund ist Oudenaarde nach Gent und Tournai von großem Interesse wegen seiner eindrucksvollen Bauten der Scheldegotik und durch das prachtvolle Rathaus. Einsmals berühmt war die Stadt für ihre Wandteppiche, die so genannten Verdüren, die sich durch die Betonung floraler Motive von den Erzeugnissen aus Brüssel unterschieden, wo Bildmotive bevorzugt wurden.

Oudenaarde ist der Geburtsort von Margarethe von Parma, Statthalterin der Spanischen Niederlande von 1559 bis 1567, und des Malers Adriaan Brouwer (1605-1638), zu dessen Ehren jährlich ein Bierfest veranstaltet wird.

Mittelpunkt des Stadtlebens ist der von einem Ensemble eindrucksvoller historischer Gebäude umgebene Markt. Das auffälligste Bauwerk ist das Stadhuis, vor dem ein delphingeschmückter Brunnen steht, ein Geschenk Ludwigs XIV., aus dem Jahr 1671. Das wunderbare Stadhuis wurde 1526-1537 nach Plänen des Brüsseler Stadtbaumeisters Hendrik van Pede anstelle des abgerissenen Schöffenhauses erbaut. Der Architekt orientierte sich an den spätgotischen Rathäusern von Brüssel und Leuven, ließ aber auch Stilelemente der Renaissance einfließen. Über einem Arkadengang erhebt sich 25 m hoch die vielgliedrige Hauptfassade, mit Figuren, Pilastern und Bögen geschmückt und vom harmonisch eingefügten, 40 m hohen Uhrturm in zwei Hälften getrennt. Dieser trägt auf seiner Spitze die Figur von "Hanske de Krijger", dem symbolischen Beschützer der Stadt.

Der äußere Glanz findet in den Innenräumen seine entsprechende Fortsetzung. Durch die zu ebener Erde liegende Gewölbesäle kommt man zunächst in den großen Saal, der sich in einem Balkon zum Markt hin öffnet und mittels eines großen spätgotischen Kamins des Oudenaarder Bildhauers Pauwel van der Schelden beheizt wurde. Vom selben Künstler stammt der einzigartige hölzerne Windfang von 1536 an der Eingangstür des Schöffensaals, hier beachte man auch den originalen Fußboden aus Eichendielen und die Gemälde: Karl VI., Ludwig XIV. zu Pferde, Oudenaarde im 18. Jh. und einige Bilder aus der Schule Adriaan Brouwers. Im Archivsaal werden Dokumente aus der Stadtgeschichte aufbewahrt.

Direkt an das Rathaus schließt die Lakenhalle an, die alte Tuchhalle aus dem 13. Jh. Ihr Dach wird von einer ungewöhnlichen Balkonkonstruktion getragen. Die Räume des Rathauses und der Tuchhalle beherbergen die Sammlungen der Städtischen Museen. Ferienhäuser Oudenaarde und Ferienwohnungen Oudenaarde sind bei vielen Touristen sehr beliebt und günstig buchbar.