Länder Guide Huy

Die Stadt Huy (fläm. Hoei) liegt malerisch in einer Hügellandschaft an der Einmündung der Hoyoux in die Maas, etwa auf halbem Weg zwischen Namur und Liège.

Gießereien, Zuckerraffinerien, Papierindustrie und das flussabwärts gelegene Atomkraftwerk von Tihange bilden die wirtschaftliche Grundlage der Stadt, die beherrscht wird von der mächtigen Zitadelle.

Die bedeutendsten Baudenkmäler der Stadt wurden die "vier Wunder" genannt: Li Tchestia (das Schloss, 1717 zerstört), Li Pontia (die Brücke, Nachfolgebau ist die heutige Pont Roi-Baudouin), Li Rondia (die Fensterrose) und Li Bassinia (die Fontäne); nur die beiden letzten sind in ihrer ursprünglichen Gestalt erhalten geblieben.

Aus Huy stammen die zwei bedeutendsten Meister der maasländischen Metalgußkunst - Renier de Huy, und Godefroid de Claire, auch Godefroid de Huy genannt. In Huy lebte und wirkte Pater Dominique Georges Pire, der Gründer der Europadörfer, der 1958 den Friedensnobelpreis erhielt.

Am rechten Ufer der Maas erhebt sich die stattliche Collégiale Notre-Dame, der bedeutendste hochgotische Kirchenbau Belgiens, der 1311 auf den Grundmauern einer romanischen Basilika begonnen und 1377 vollendet wurde. Ungewöhnlich ist die äußere Gestalt der Kirche mit zwei die Vierungskuppel flankierenden Türme (Glockenspiel "Hemony" im Nordturm) und dem gewaltigen Westturm, dessen Spitze 1803 durch Blitzschlag zerstört wurde. An diesem Turm befindet sich die außerordentlich prachtvolle Fensterrose "Li Rondia" mit einem Durchmesser von 9 m. Das 72 m lange Innere der Kirche empfängt sein Licht hauptsächlich durch die große Rosette und die 20 m hohen, schlanken Fenster im Chorraum. Von besonderer Schönheit ist das Netzrippengewölbe der polychrom ausgemalten Vierung. Im rechten Seitenschiff liegt der Zugang der Krypta aus dem 12. Jh., deren Boden mit wappengeschmückten Fliesen ausgelegt ist. Hinter dem Lettner von 1728 befindet sich der Kirchenschatz, dessen Prunkstücke vier außergewöhnliche Reliquienschreine in meisterlicher maasländischer Metallkunst sind.

Die kostbarsten sind der Schrein des heiligen Mengold und der Schrein des hl. Domitian, beide um 1176 wahrscheinlich von Godefroid de Huy gefertigt. Der Marienschrein entstand um 1260 und der Markusschrein mit reicher Emaillierung wurde um 1200 geschaffen. Weitere Kostbarkeiten sind das Reliquiar des Heiligen Kreuzes, das Peter der Eremit vom ersten Kreuzzug mitbrachte, sowie Kelch und Grabkreuz des Fürstbischofs Theoduin von Bayern. Besonders sehenswert ist das Tympanon (14. Jh.) des Bethlehem-Portals an der Ostseite der Kirche, wo einst der Eingang zum Kreuzgang führte. In meisterlicher Bildhauerarbeit sind die Geburt Christi, die Anbetung der Könige und der Hirten sowie der Bethlehemitische Kindermord dargestellt, umrahmt von einigen lebendigen Volksszenen. Ferienhäuser Huy und Ferienwohnungen Huy sind bei vielen Touristen sehr beliebt.