Länder Guide Glasgow und das Clydetal

Wasserfälle, Wald und Wolle - Glasgow und das Clydetal.

Der Clyde, im Südwesten Schottlands angesiedelt, ist mit 176 Kilometern Länge der drittlängste Wasserlauf des Landes.

Er entspringt im Upland-Gebirge in der Grafschaft South Lanarkshire - in derselben Region wie der Tweed, Schottlands legendärer Grenzfluss zu England - und windet sich zunächst zwischen diversen Hügelketten hindurch, die Wanderer und Naturliebhaber zu ausgedehnten Wandertouren einladen.

Am Oberlauf des Clyde gibt es drei international bekannte Sehenswürdigkeiten. Die Clydefälle bei Lanark, vier Kaskaden von bis zu 30 Metern Fallhöhe, sind von dichtem Wald umgeben und Mittelpunkt eines Königlich Britischen Naturschutzgebietes. Lanark selbst ist die Grafschafts-Hauptstadt, ein ehemaliger Wollmarkt mit heute 8.000 Einwohnern, dessen alljährliche "Lanimers" (Stadtfeste) auf 1488 datiert werden und Besucher aus ganz Schottland anziehen. Gleich nebenan liegt "New Lanark", die Arbeitersiedlung einer 1968 stillgelegten Baumwollfabrik. Errichtet wurde sie komplett mit Kirche, Schule, Konsumläden und Kulturzentrum - allesamt keine Selbstverständlichkeiten im Jahre 1810!

Wie der Großteil der Arbeiter in der "Industriellen Revolution" behandelt wurde, davon erzählen heute noch gewisse ältere Wohnviertel der größten Stadt am Clyde. Von eben diesen Bezirken sollte sich der Tourist aber eher fernhalten, will er Glasgow nicht von seiner hässlichen, gewaltbereiten Seite kennen lernen. Seit um 1980 fast die komplette Industrie der Stadt zusammengekracht ist, sind Armut, Arbeits- und Hoffnungslosigkeit noch immer weit verbreitet.

Als Glasgow durch Schiffbau und Kolonialhandel (vor allem Tabak aus Amerika) groß und reich wurde, kamen Hunderttausende Arbeiter an den Clyde - Katholische Iren ebenso wie Protestanten aus dem Norden Englands - soviele, dass viele Schotten Glasgow schon gar nicht mehr zu Schottland rechnen. Das weltbekannte Derby der beiden Fußballvereine und ihrer verfeindeten Anhänger, deren Religionszwist eher an Belfast erinnert als an Schottland, hat hier seine Wurzeln.

Glasgow als brummende Industrie- und Hafenstadt und der Clyde als Schiffswerft des Empire - diese Zeiten sind für immer vorbei. Nach dem nahezu zeitgleichen Kollaps der Werften, Kohlegruben, Maschinenbau- und Textilindustrie, nach bitteren Jahren der Verarmung und des Verfalls, sucht die Stadt den Neuanfang. Seit der Fabrikrauch aus der Luft verschwunden, mancher Slum abgerissen und Industriebaracken neuen Grünanlagen gewichen sind, kommen sogar Touristen nach Glasgow - der Kultur wegen. Die Bandbreite der hiesigen Museen und Galerien blickt auf eine 150 Jahre alte Tradition zurück. Anders als die Werften und Tuchfabriken hat sie den Zusammenbruch überdauert.

Naturliebhaber und Geschichts- und Kulturliebhaber werden das Clydetal zu schätzen lernen. Auch an günstigen Unterkünften wie Ferienhäuser Glasgow und das Clydetal und Ferienwohnungen Glasgow und das Clydetal besteht kein Mangel.