Länder Guide Götakanal

Der Götakanal war das größte Bauprojekt in der schwedischen Geschichte und wurde im Gegensatz zu manch anderen gigantischen Projekten, wie etwa der Festung Karlsborg, auch vollendet.

Im Jahr 1810 begann man den Plan, Ostsee und Kattegat durch eine Wasserstraße zu verbinden, in die Tat umzusetzen. Seit dem 16. Jh. war dieses Vorhaben schon mehrfach diskutiert worden, insbesondere wegen des Eisens aus Bergslagen, das nach Göteborg sollte, und des Tivedenholzes für die Werften in Karlskrona. Diese Fragen beschäftigten die Schweden schon lange, und Hans Brask, der berühmte Bischof aus Linköping, schlug im Jahr 1526 den Bau des Kanals vor. Aber damals fehlten noch die Mittel. Graf Baltzar von Platen setzte dann den Bau mit riesigem Aufwand in Gang: 58.000 Arbeiter - Freiwillige, Soldaten und Zwangsarbeiter, schufteten 22 Jahre lang, 6 Tage in der Woche und 12 Stunden am Tag, um ohne Maschinen die gewaltigen Erdmassen auszuheben.

Sie bewegten 8 Millionen Kubikmeter Lehm und Erde in sieben Millionen Tagewerken, dazu 200.000 Kubikmeter Fels. Mit diesem Material hätte man eine "Chinesische Mauer" bauen können. 5 m hoch und 1 m breit von Smygehug bis Treriksröset, quer durch das ganze Schweden.

Der Kanal ist fast 200 Kilometer lang und folgt teilweise natürlichen Wasserwegen. Allein in Östergötland wurden 50 km Kanal gegraben, 26 m breit und 3 m tief. Von den 58 Kanalschleusen liegen alleine 37 in Östergötland.

Der Stockholm und Göteborg verbindende Kanal hatte hundert Jahre lang eine enorme wirtschaftliche Bedeutung. Auch wenn man bedenkt, dass der Kanal schließlich sechsmal mehr Geld als geplant verschlungen hatte, so erfüllte er die in ihn gesetzten Erwartungen.

Er beschleunigte nach seiner Fertigstellung im Jahr 1832 die Ansiedlung von Industrie und den Ausbau der Infrastruktur. Man errichtete neue Hafenbecken, Molen, Kanalstationen, Anfahrtswege, vielerorts auch Speicher und Werkstätten.

Motala wurde zu einer Art "Hauptstadt des Kanals". Aus den dortigen Werkstätten kamen Brücken, Schleusen, Schiffe, Lokomotiven und vieles mehr. Ab dem 2. Weltkrieg wurde er immer mehr von Schienen und Straßen in den Hintergrund gedrängt.

Heute haben Touristendampfer und 7.000 Sportboote pro Jahr die Wasserstraße übernommen, die seit 1978 dem Staat gehört.

Für den Fischfang am Götakanal lohnt sich die Anschaffung einer Saisonangelkarte. Angaben über die Verkaufsstellen erhält man bei AB Göta Kanalbolag. Angelkarten für den Salmonidenfang in Motala an der Kanalstrecke zwischen den Seen Boren und Vättern verkauft das Kanalbürö im Gästehafen Motala. Ferienhäuser Götakanal und Ferienwohnungen Götakanal sind bei vielen Touristen sehr beliebt.