Länder Guide Östergötland

Ein Eldorado für den Naturfreund, Entdecker, Forscher und Abenteurer. Ein Traum für alle, die sich an Kultur und offenen Landschaften erfreuen. Das Paradies der Schärenliebhaber, der Angler und der Wildniswanderer. Östergötland - die Landschaft, die Provinz, die Region mit allen Arten der Natur außer Gebirge und Wüste.

Östergötland ist kein abgelegener, ferner Teil von Schweden. Es ist vielmehr die Region, die sich in einem überwindbaren, in den meisten Fällen sogar angenehmen Abstand von den meisten großen Bevölkerungszentren Schwedens befindet. Dennoch ist sie in vielerlei Hinsicht eine Landschaft mit exotischer und ungewöhnlicher Natur, eine Region wie geschaffen für naturnahe Entdeckungsreisen, Abenteuer und Erlebnisse.

Östergötland ist eine Hügel- und Felsenlandschaft, Urwald, Zauberwald und Wildnis voller Tiere. Diese Provinz ist vom Meer umspülte Schärenlandschaft und Küste in einem der größten Binnenmeere Europas. Hier erwarten den Besucher hunderte großer und kleiner Seen, die häufig über spannende Seensysteme und lange Kanurouten miteinander verbunden sind. Das Land setzt sich aus Mooren und Feuchtgebieten mit zahlreichen seltenen Vögeln zusammen, bietet reiche Fischgewässer und lächelnde Landwirtschaft. Die Region blickt stolz auf ihre Kultur und ihre Verbindungen zum historischen Ursprung und zur Entwicklung Schwedens zurück. Die Gegend ist spannend, entspannend und hochinteressant zugleich.

Einer der längsten Wanderwege Schwedens schlingelt sich quer durch die Region, der Östgötaleden. Nahezu 900 km abwechslungsreicher Wanderweg mit vielen Kontaktmöglichkeiten zu Kultur und Abenteuern. Der Weg beginnt in der schönen Natur des Aussichtsberges Omberg im südwestlichen Teil der Provinz. Er verläuft südlich am Ufer des großen Binnensees, biegt dann vom Wasser weg in das Landesinnere ab, geht durch Wälder und über Wiesen, einzigartige Eichenwälder und Wachholderhaine, verläuft an einigen der großen Güter im zentralen Östergötland vorbei und wendet sich dann der Ostseeküste zu. Ab Valdemarsvik führt der Weg nach Söderköping, über die Meeresbucht Slätbaken bei Stegeborg, weiter in Richtung Bråviken, mit der Fähre zur wilden Gegend von Kolmården und schließlich zum Endpunkt beim See Sörsjön nördlich von Norrköping.

Wenn man auf diesem Östgötaleden und seinen Abstechern wandert, durchläuft man alle denkbaren Arten schwedischer Natur bis auf das Gebirge. Man muss jedoch kein Wanderer sein, um die Natur von Östergötland aus nächster Nähe zu erkunden. Die Küste lässt sich leicht mit Auto und Boot entdecken oder mit einem der Schärenschiffe. Das Angebot umfasst alles von kleinen Ausflügen bis hin zu kompletten Kreuzfahrten, wobei die Unterkunft sich vom Camping über Hütten bis hin zu Hotels und Gasthäusern erstreckt. Und ein großer Teil der Waldgegenden, der Hügel und der offenen Landschaft ist ohne weiteres mit öffentlichen Verkehrsmitteln, dem eigenem PKW und auf dem Fahrrad zu erreichen.

Die Wildnis von Kolmården und die kulturhistorischen Berggegenden im nördlichen Östergötland sind für Autofahrer leicht zu erreichen. Die Gegend um den See Sommen im Süden ist das Land der Kontraste mit zahllosen, sich durch die Landschaft schlingelnden kleinen Straßen, einer Mischung aus offener Kulturlandschaft, markanten Höhen und undurchdringlichem Urwald. Diese Gegend bietet alles von Burg- und Klosterruinen bis hin zu Dampfschiffen und einem ausgeprägten Leben auf dem Wasser.

Ganz im Westen steht einer der seltsamsten Berge Schwedens, der hohe Horst namens Omberg zwischen dem Tåkern, dem vielleicht besten Vogelsee Europas, und dem riesigen, tiefen Binnensee Vättern. Omberg wird auch Berg der Blumen genannt. Dank seiner kalkreichen Moränen erwartet er den Besucher mit einer unvergleichlichen Flora. Verschiedene Naturwanderungen verschaffen den erforderlichen Einblick in diese besondere Natur und bringen auch den Vogelsee Tåkern näher. Dort nistet eine einzigartige Vielfalt an Vögeln, die über leicht zugängliche Besucherplattformen und gut ausgebaute Wanderwege ausgezeichnet zu beobachten sind. In der Nähe von Berg und See befinden sich außerdem Sehenswürdigkeiten wie der Rauchstein ("Rökstenen") und die Schlossruine von Alvastra.

Östergötlands Natur- und Kulturlandschaft sollte man fern von den Schnellstraßen kennenlernen. Wer sich die Zeit für kürzere oder längere Abstecher nimmt, wird in Form von Erlebnissen, Schönheit und Abenteuern reich belohnt.

Die kulturhistorische Gegend von Östergötland entwickelt sich zu einer immer stärkeren schwedischen Touristenattraktion.

Spannende und lehrreiche kulturhistorische Gegenden locken immer mehr Touristen nach Schweden. Mehrere der beliebtesten Sehenswürdigkeiten liegen in Östergötland in bequemer Entfernung von Stockholm. Dazu zählen die Industrielandschaft von Norrköping, das alte Gewerbegebiet von Finspång und die sogenannte Werkstatt von Motala, die Wiege der schwedischen Fertigungsindustrie.

Östergötland ist reich an kulturhistorischen Sehenswürdigkeiten. Viele davon stehen in enger Verbindung mit der schwedischen Geschichte, nicht zuletzt gilt dies für die Industriegeschichte. Das alte Linköping mit seinen ehrwürdigen Gebäuden, seinen Kopfsteinpflasterstraßen und seinen Handwerkern und Händlern ist ein lebendiges Beispiel für das Leben einer Kleinstadt vor hundert Jahren. Medevi Brunn nördlich von Motala ist Schwedens ältester Badekurort, der im 17. Jahrhundert von Urban Hjärne gegründet wurde. Wer sich dafür interessiert, wie sich die schwedische Eisenindustrie, ein wichtiges Fundament des heutigen Wohlstandes, entwickelt hat, sollte sich z. B. das alte Gewerbegebiet von Finspång nicht entgehen lassen. Hierhin, in die jahrhundertealte Eisenverarbeitungstradition im nördlichen Östergötland, kam der Holländer Louis de Geer im 17. Jahrhundert, um die moderne Eisenindustrie zu entwickeln, aus der dann Schritt für Schritt die schwedische Industrie entstand. Denkmäler aus dieser Zeit sind z. B. das Gewerbemuseum von Finspång und die Hammerschmiede von Häfla.

Von der Wiege der schwedischen Eisenindustrie in Finspång ist es kein großer Schritt zum Ursprung der schwedischen Fertigungsindustrie, der sogenannten Werkstatt von Motala. Hier am Ufer des Sees Vättern baute Baltzar von Platen die Werkstatt und später das Technikzentrum auf, von dem aus das Bauprojekt Göta Kanal mit Material und technischem Know-how beliefert wurde. Später entwickelte es sich zu einem weltweit führenden Fertigungs- und Entwicklungszentrum, aus dem viele schwedische Kernindustriebereiche entstanden sind. Die Werkstatt von Motala zog kompetente Ingenieure und Techniker aus ganz Schweden und dem Ausland an und wurde somit zu einem der Antriebsmotoren bei der industriellen Entwicklung Schwedens.

In der industriellkulturellen Landschaft von Motala gibt man sich jedoch nicht damit zufrieden, die Wiege der Fertigungsindustrie auszustellen, aus der sich der Wohlstand Schwedens entwickelt hat. Hier finden auch alljährlich zwei Veranstaltungen statt, die einen tieferen Einblick in die Entstehung vermitteln. Da ist zum einen das historische Schauspiel "Der Graf und die Grabenden (Greven och grävarna)", in dem vom 24. August bis zum 8. September die Geschichte des Mannes erzählt wird, der hinter dem Bau des Göta Kanals stand. Außerdem gibt es den Handwerksmarkt "von Platens hantverksmarknad", in dessen Rahmen am 24. und 25. August Handwerksmethoden aus den Kindertagen des Kanals vorgestellt werden und Unterhaltung aus der damaligen Zeit geboten wird. Sponsor dieses Handwerksmarktes ist die Blechwerkstatt der Werkstatt von Motala.

Die mittelalterliche Geschichte der Industrie von Östergötland wurde auch im Bergwerkdorf Åtvidaberg bewahrt, in dem seit dem 13. Jahrhundert 700 Jahre lang Kupfer sehr hoher Güte abgebaut wurde. Vieles aus dem alten Umfeld um die Bergwerke herum wurde in Åtvidaberg geschützt, was in noch höherem Maße auf den kleinen Ort Mormorsgruvan zutrifft. Außerdem lebt die alte Industrietradition in dieser Gegend weiter. In Bersbo ist eine noch betriebene Gießerei vorhanden, die Bersbo Metallgjuteri. In Åtvidaberg gibt es ein Industriemuseum und ein Ökomuseum mit der Geschichte des Gewerbes in dieser Gegend.

"Ein Zeitdokument vergleichbar mit der Ringmauer von Visby auf Gotland und der Altstadt von Stockholm" - dieses Urteil bezieht sich auf Schwedens vielleicht ungewöhnlichstes und vielseitigstes kultur- und industriehistorisches Umfeld, die Industrielandsschaft von Norrköping. Hier hat sich eine Sehenswürdigkeit internationalen Maßstabs aus dem Industriegebiet entwickelt, das Norrköping vom 17. Jahrhundert bis zum 20. Jahrhundert zu einer der wichtigsten Industriestädte Schwedens machte. Auch hier war Louis de Geer einer der Urheber dieser industriellen Revolution. Zusammen mit anderen zugezogenen Industriekonstrukteuren und Fabrikanten beschleunigte de Geer die industrielle Entwicklung der Stadt am Motala Ström. Noch heute sind die Spuren dieser Arbeiten in der Industrielandschaft von Norrköping, die weltweit zu den am besten erhaltenen zählt, gut zu erkennen.

Die als Kulturdenkmal eingestufte Industrielandschaft ist heute voller Leben, Erlebnisse und Sehenswürdigkeiten. In der alten Papiermühle Holmen ist die Louis de Geer Konzert- und Kongresshalle untergebracht, hier ist u. a. das Sinfonieorchester von Norrköping zu Hause. In der alten Baumwollfabrik, im Volksmund Bügeleisen genannt, das Carl Milles als Schwedens schönstes Industriegebäude bezeichnet hat, liegt jetzt das Museum der kreativen Arbeit. Ein neues Phänomen in diesem alten Industriestadtteil sind 5.000 Studenten auf dem "Campus Norrköping".

Östergötlands Wasserweg und Schärengarten locken immer mehr Besucher aus Schweden und der ganzen Welt.

Die Schärengärten St. Anna und Gryt, das lange Ufer des Sees Vättern sowie die Kanäle Göta und Kinda gehören zu den Touristenattraktionen in Schweden, für die das Interesse am stärksten zunimmt. Der Wasserweg durch den Östgöta-Schärengarten wird jährlich von zigtausenden schwedischen und ausländischen Touristen befahren. Der Verkehr auf dem Göta-Kanal nimmt von Jahr zu Jahr zu, und auch der Kinda-Kanal wurde bereits von den Freizeitkapitänen entdeckt, und der östliche Vättern, von Västanvik bis Kråkeryd, bietet eine interessante Binnenseeküste mit ausgeprägtem Meeresgefühl.

Östergötland ist eine Wasserlandschaft, ein Seefahrerland, ein vielfältiges Paradies für Bootsfahrten und Angelausflüge. Im Sommer zum Faulenzen am Strand, zum Baden und für Wasserspiele. Die in der Luftlinie 60 km lange Ostseeküste erstreckt sich am Ufer entlang über nahezu 2.000 Kilometer, beherbergt drei der schönsten Schärengärten Schwedens und eine der beeindruckendsten Meeresbuchten des Landes. Über die Göta- und Kinda-Kanäle besteht die Verbindung zu einer Vielzahl von Binnenfahrgewässern und großen Seen, nicht zuletzt zum riesigen Vättern mit seinem mal steilen, mal zerklüfteten oder auch leicht zu erreichenden Ufer in der Provinz Östergötland.

Neben dem Stockholmer Schärengärten und der westschwedischen Provinz Bohuslän ist die Küste von Östergötland Schwedens beliebteste Gegend für Freizeitkapitäne. Die Schärengärten von Gryt, St. Anna und Arkösund bieten sowohl Seglern als auch Motorbootfahrern alle Möglichkeiten bei der Wahl von Übernachtungs- und Ankerplätzen, entweder in gut organisierten Besucherhäfen oder auf richtigen Schärengarteninseln, in sauberer Schärengartennatur und in einsamen Buchten. Hier finden Sie einige der bekanntesten und am meisten besuchten Inselparadiese Schwedens, z. B. Harstena, Fångö, Gubbö Kupa und Hävringe.

Drei tiefe Meeresbuchten machen die Küste von Östergötland besonders attraktiv für Freizeitkapitäne, Kanufahrer und Passagiere auf den Schärengartenschiffen. Bråviken mit der dramatischen Nordküste ist die größte Bucht. Südlich von Vikbolandet schneidet sich Slätbaken tief in das Land und trifft an der Schleuse Mems bei Söderköping auf den Göta Kanal. Auf dem Weg in den Kanal hinein gleitet das Boot an den grünen Schärengarteninseln Risö, Yxnö, Norra Finnö und Djursö, an den Naturschutzgebieten Eknön und Stora Rimmö sowie an Stegeborg vorbei, Geburtsschloss von Johan III. und eine der sehenswertesten Ruinen an der Küste. Ganz unten im Süden zieht sich die Bucht Valdemarsviken bis zum alten Seefahrts- und Handelszentrum Valdemarsvik hin, einer der wirklichen Idylle an dieser Küste.

Die Schärengärten sind auch für Besucher ohne Boot leicht erreichbar. Mehrere Firmen betreiben Schiffsverkehrslinien durch die Schären mit den Ausgangspunkten Gryt und Arkösund. Täglich gibt es mehrere Abfahrten, z. B. zu der ganzjährig bewohnten Schärengarteninsel Harstena. Außerdem verkehrt auf diesem schwedischen Gegenstück der norwegischen Hurtigroute die M/S Saga, deren Schwesterschiffe M/S Wasa Lejon und M/S Wimman den Göta-Kanal befahren und Abendausflüge auf der Strecke Roxen - Söderköping - Arkösund anbieten.

Der Göta-Kanal ist in allen Kategorien eine der bekanntesten Touristenattraktionen Schwedens. Der einst als Frachtverbindung gebaute Kanal hat sich zu Schwedens größtem kulturhistorischen Bauwerk entwickelt und lockt in der Sommersaison Besucher aus der ganzen Welt an. Auf dem Kanal verkehren verschiedene Passagierlinien und natürlich auch zahllose Freizeitboote, für die er zu den beliebtesten Fahrwassern des Landes zählt. Der zu Östergötland gehörende Abschnitt beginnt in Mem bei Söderköping in der Bucht Slätbaken und endet in Motala, wo das mächtige Grabmonument des Kanalgründers Baltzar von Platen steht. Entlang des Göta-Kanals gibt es zahllose Sehenswürdigkeiten und Erlebnismöglichkeiten für Gäste mit Boot und Touristen, die auf dem Landweg eintreffen.

Der zweite große Kanal Östergötlands ist der Kinda-Kanal. Dabei handelt es sich um einen Wasserweg, der jetzt eine richtige Renaissance erlebt, und zwar sowohl auf Seiten der Freizeitkapitäne als auch bei den Besuchern auf dem "Festland". Die Zahl der Freizeitboote nimmt ständig zu. Der Kanal ist 90 km lang und durchläuft 5 Seen und 15 Schleusen, darunter die in Hackefors, die mit einem Höhenunterschied von 7 Metern den höchsten Hub in Europa bietet. Der Kanal beginnt im See Roxen und endet bei Horn im See Åsunden. Er durchläuft eine grüne Kulturlandschaft, in den Burgruinen aus der Vorzeit, Schlösser und Kirchen Zeugnis ablegen von der Bedeutung dieses Landestieles. Wenn man kein eigenes Boot hat, kann man den Kanal und seine Sehenswürdigkeiten ausgezeichnet an Bord des Passagierschiffes M/S Kind erleben.

Das Ufer des Sees Vättern erwartet den Besucher mit vielen Sehenswürdigkeiten und Erlebnissen für Freizeitkapitäne und Touristen auf dem Trockenen: der idyllische Strandabschnitt zwischen Motala und Västanvik, die Hafenanlagen von Motala und Vadstena, letztere vor dem beeindruckenden Hintergrund des Vasa-Schlosses, und die steilen Felswände des Berges Omberg mit dem alten Stapellaufhafen und der Küstenortschaft Borghamn sowie die einstmals so blühende Stadt Hästholmen am Fuß des Horstberges. In unmittelbarer Nachbarschaft von Omberg liegt Nordeuropas wichtigster Vogelsee Tåkern. Im Südosten an der Grenze zur Provinz Småland liegt ein anderer faszinierender See, der Sommen. Hier befindet sich einer der aktivsten Binnenbootvereine Schwedens, und es besteht außerdem die Möglichkeit, sich die langen Strände und die Ortschaften des Sees an Bord eines echten Dampfschiffes, der S/S Boxholm II, anzusehen.