Länder Guide Aragonien

Aragonien - der Nordosten Spaniens
Die autonome Region Aragonien heißt im Spanischen korrekt "Aragon", nach einem linken Nebenfluss des Ebro. Ihre Einwohner nennen sich "Aragonez" (Aragonesen) und legen großen Wert auf ihre eigene Kultur und Geschichte. Immerhin war Aragon einst ein eigenständiges Königreich, eine Urzelle der spanischen Nation. Für manch echten Aragosen rangiert Kastilien samt Madrid unter "befreundetes Ausland", und dank der Autonomie gilt für die Zentralregierung oftmals dasselbe wie einst für Hannibal: Am Ebro ist Schluss!

Aragon ist dünn besiedelt. Es gibt nur eine Handvoll Städte, nur drei haben haben mehr als 20.000 Einwohner. Deshalb sollten Sie Ihre Unterkunft unter dem Sichwort "Ferienwohnungen Aragonien" bzw. "Ferienhäuser Aragonien" suchen. Die wenigen Städte glänzen mit maurischer Architektur; die Stadt Teruel wurde deshalb gar zum Weltkulturerbe ernannt. Doch abseits der Städte herrscht die Landwirtschaft: Getreide, Oliven und Wein machten Aragon berühmt.

Doch die meisten Besucher kommen entweder wegen der historischen Zeugnisse (sie reichen von Karthago und Rom über die Mauren bis zu Napoleon) oder aber wegen des Winter- und Extremsports. Immerhin grenzen sowohl die Pyrenäen im Norden als auch das Kastilische Gebirge im Südwesten die Region ein und locken mit Skipisten (Astun, Formigal etc.) und Kletterfelsen. Auch normale Wanderer und Naturfreunde kommen auf ihre Kosten: Im Ordesa-Nationalpark in den Pyrenäen leben heute noch Braunbären.

Die Hauptstadt von Aragon heißt Zaragoza (deutsch "Saragossa") und liegt am Ebro. Eine vergleichsweise moderne Stadt, ihre Wahrzeichen stammen aus allen Epochen ihrer bewegten Vergangenheit: Im Stadtteil Juslibol gibt es heute noch bewohnte Wohnhöhlen von der Art, wie sie die Iberer bewohnten, als die Römer am Ebro ihr Kastell "Caesar Augusta" errichteten. - Das Regionalparlament tagt im Aljaferia-Palast, der im 9.Jahrhundert für den maurischen Herrscher errichtet wurde und nach dessen Vertreibung als Residenz des christlichen Königs von Aragon diente. - Die im 17.Jahrhundert errichtete "Basilica del Pilar" ist die größte spanische Barock-Kirche.

Diese Kathedrale ist derselben Namensgeberin gestiftet wie das größte Volksfest der Stadt: Im Jahre 40 n. Chr. soll die Jungfrau Maria dem Apostel Jakobus (als "Santiago" der Schutzheilige der Spanier) in Zaragoza auf einer Säule ("Pilar") erschienen sein. Dieses Ereignis feiern die Einwohner alljährlich in der Woche um den 12.Oktober mit Umzügen und beeindruckenden Blumenteppichen. Abseits dieser Festwoche ist in der Altstadt von Zaragoza an jedem Wochenende Fiesta; hier hat sich eine lebendige Kneipenszene etabliert.

Erwähnt sei noch der (durch den Regisseur Luis Bunuel weltweit bekannt gewordene) hiesige Osterbrauch, die Auferstehung Christi durch Trommeln und Pauken zu verkünden. In vielen Dörfern des südlichen Aragon wird dieser Brauch heute noch gepflegt.