Länder Guide Balearen

Es gibt wohl kaum eine Ferien-Inselwelt, die mit so vielen Vorurteilen leben muss wie die Inseln der Balearen: Mallorca hat diesen kilometerlangen, restlos überfüllten Strand, an dem dicht an dicht die Deutschen liegen, Bier aus der Dose trinken und die Boulevardzeitung aus der Heimat lesen; auf Ibiza tummeln sich die Schickimickis und schrille, exzentrische Paradiesvögel; Menorca lockt nur mehr die behäbigen alten Damen und Herren an, denen es auf den anderen Inseln zu laut ist; und Formentera existiert ohnehin nur als Anhängsel von Ibiza!

Klischeevorstellungen gibt es jede Menge, jedes Jahr wieder und meist von jenen in Umlauf gebracht, die noch nie oder doch schon lange nicht mehr auf einer der Baleareninseln gewesen sind. "Libre de prejuicios", wie die Spanier sagen, also frei von Vorurteilen betrachtet, sind die im westlichen Mittelmeer auf der Höhe der spanischen Festland-Stadt Valencia gelegenen Inseln alles andere als überfüllt, freizügig oder langweilig. Sie laden immer noch so ein, wie es die amerikanische Schriftstellerin Gertrude Stein dem Historiker Robert Graves in einem Brief beschrieben hat: "Wenn du das Paradies ertragen kannst, dann komm nach Mallorca." Sie hätte dies auch für Cabrera, Menorca, Formentera und Ibiza sagen können, die zu den am meisten erschlossenen der insgesamt 150 Inseln der Balearengruppe zählen.

Die Unterschiede zwischen den einzelnen Inseln zeigen sich nicht zuletzt darin, dass neben der Amtssprache Spanisch unterschiedliche Dialekte gesprochen werden. Eines allerdings darf und sollte man über Mallorquinos, Ibizenkos, Menorquinos und Formenteros gemeinsam mit allem Nachdruck sagen: Sie sind sehr gastfreundlich. Es kommt nicht selten vor, dass die Balearen, besonders wenn sie im Inselinneren leben, den Besucher aus einem fremden Land mit geradezu schelmenhafter Neugier ausfragen. Als Gegenleistung sind sie nicht nur bereit, den Weg zum sehenswerten Kirchlein oder in die verträumte Bucht zu weisen, manchmal, wenn sie ein wenig Zeit haben, bieten sie sogar an, den Besucher im Eselskarren mitzunehmen. Ferienwohnungen Balearen und Ferienhäuser Balearen sind mediterran und komfortabel ausgestattet.

Ein schönes Zeichen balearischer Gastfreundlichkeit ist eine Tradition auf Ibiza: Wer über die verträumten Wege abseits der Ferienzentren streift und an einer einsamen Finca vorbeikommt, wird sie in der Regel offen vorfinden. Hinter der angelehnten Tür steht, wenn die Besitzer auf dem Feld sind, ein einfach und rustikal gedecktes Tischchen, mit einer Kanne Trinkwasser, einem Krug mit köstlichem Wein oder einer Wurst. Man darf sich getrost bedienen, denn die Erfrischung ist für den zufälligen Gast gedacht. Deshalb hat sie auch den schönen Namen "Wanderers Brotzeit".