Länder Guide Armação de Pêra

Armação de Pêra - Piratengrotten und Meeresfrüchte im Süden Portugals
Das ehemals kleine Fischerdorf Armação de Pêra an der Algarve erfreut sich bei Reisenden aus aller Welt größter Beliebtheit.

Vor allem Familien zieht es wegen des flach ins Wasser abgleitenden Strandes in das Dorf. Seinen Namen hat es den Fischernetzen - den Armaçãos, zu verdanken, mit denen die Einheimischen seit Jahrhunderten auf das Meer fahren, um ihren Ernährungsbedarf zu decken. Heute dient der Fischfang zu einem großen Teil dazu, die zahlreichen Restaurants mit frischer Meeresfrucht zu versorgen.

Weltoffenheit und Gastfreundschaft prägen seit Jahrhunderten den Charakter der Bewohner dieser landschaftlich bezaubernden, aber auch kulturell interessanten Region im westlichen Süden des europäischen Kontinents. In Armação de Pêra ist einerseits unterhaltsames und abwechslungsreiches Leben geboten. Bars, Restaurants und Geschäfte säumen seit den 60er Jahren Innenstadt und Promenaden. Aber auch kulturell und historisch interessierte Besucher kommen auf ihre Kosten.

Denn der Ort hat eine wechselvolle Geschichte hinter sich. Laut historischen Aufzeichnungen hat es in Armação de Pêra schon vor dem 15. Jahrhundert Thunfischfang gegeben. 1755 ist Armação de Pêra nach einem großen Erdbeben durch einen Tsunami fast gänzlich zerstört worden. Reste des wieder aufgebauten Fischerdorfs finden sich heute noch im Innern der alten Stadt, in der 4000 Einheimische zu Hause sind. Außerdem wurde Armação de Pêra im 18. Jahrhundert von Feinden angegriffen. Die Ruinen der in dieser Zeit errichteten Festung sind noch heute zu besichtigen.

In den 60er Jahren des vergangenen Jahrhunderts ist das Fischerdorf wegen seiner wunderbaren Lage vom Tourismus entdeckt worden. Die aus diesem Grund durchgeführten Baumaßnahmen haben dazu geführt, dass heute 65.000 Gäste beherbergt werden können. Dementsprechend quirlig geht es in der Hochsaison in den Sommermonaten zu. Wer seinen Urlaub entspannter gestalten möchte, wählt besser einen der ruhigeren Monate.

Nicht weit von Armação de Pêra befindet sich die kleine Kapelle Senhora da Rocha. In dem romanischen Bau, von dem aus man einen herrlichen Blick auf die umliegende Küste und das Meer hat, haben sich die Fischer des Ortes in früheren Zeiten versammelt, um gemeinsam für Erfolg beim Fischfang zu beten.

In jedem Fall empfiehlt sich ein Ausflug im Fischerboot zu einer der zahlreichen Höhlen und Grotten an der Küste, in denen man mächtige Stalagmiten bestaunen kann, während man auf kristallklarem Wasser dahingleitet. Die Fischerboote gehen noch auf Bauweisen aus dem Mittelalter zurück. Heute bieten sie allerdings bequeme Sitzgelegenheiten und sind meist mit einem Sonnenschutz überdacht. Viele der geheimnisvollen Grotten dienten in früheren Jahrhunderten Piraten als Verstecke für ihre auf Raubzügen erbeuteten Schätze.