Länder Guide Piacenza

Die am Po gelegene Provinzhauptstadt Piacenza ist die nördlichste Stadt der Emilia und seit nunmehr über 2000 Jahren ein wichtiges Handels- und Handwerkszentrum Norditaliens.

Denn hier kreuzten die beiden zentralen Straßen des antiken Oberitaliens. Die vom Militärhafen Rimini aus die Po-Ebene erschließende Via Emilia sowie die Via Postumia, die von Genua aus bis Aquiliea führte. Die von einer Stadtmauer aus dem 16. Jh. umgebene, kleine Altstadt mit Palazzi aus dem 16. und 18. Jh. lässt noch gut die Stadtanlage der Römer erkennen, die hier 219 v. Chr. einen militärischen Vorposten gründeten.

Im Mittelalter war Piacenza als freie Stadt Mitglied des Lombardischen Städtebunds, fiel Anfang des 14. Jh. an Mailand und 1521 an den Kirchenstaat. 1545 erhob der Farneser Papst Paul III. die Stadt zusammen mit Parma zum Herzogtum, allerdings war Piacenza im Gegensatz zu Parma nie Residenzstadt.

Stadtmittelpunkt ist die Piazza dei Cavalli. Die beiden barocken Reiterstandbilder der Herzöge Alessandro (reg. 1587-1592) und Ranucci Farnese (reg. 1592-1622) schuf Francesco Mocchi 1625. Beherrscht wird der Platz vom zinnenbekrönten Palazzo del Comune, dem ab 1280 errichteten Rathaus, auch "Il gotico" genannt. Das klassizistische Gebäude gegenüber wurde im Jahr 1781 als Gouverneurspalast erbaut. An der Südostseite des Platzes liegt etwas zurückversetzt die gotische Backsteinkirche S. Francesco (1278).

Von der Piazza dei Cavalli führt die Via XX Settembre direkt zum Dom. Er wurde 1122 romanisch begonnen und 1233 im gotischen Stil vollendet. Sehenswert sind die Kuppelfresken, großtenteils Arbeiten von Guercino, und die Deckenbilder im Chor von Procaccini und Ludovico Carracci. Zwischen Dom und Bahnhof, Ecke Via Alberoni/Via Roma, steht die Kirche San Savino. Hinter der Barockfassade verbirgt sich ein romanischer Kirchenraum (1107). Von der Ausstattung sei besonders auf die Mosaikfußböden in Chor und Krypta (12. Jh.) hingewiesen.

Südwestlich vom Domplatz liegt an der Piazza Sant'Antonino die alte Bischofskirche Sant'Antonino. Sie wurde im 11. Jh. über einem frühchristlichen Oratorium erbaut und bis ins 19. Jh. immer wieder erneuert und erweitert. Schräg gegenüber stößt die klassizistische Fassade des Teatro Verdi (1803) an den Platz.

300 m weiter südwestlich kommt man zur Galleria d'Arte Moderna Ricci Oddi. Die sehenswerte Sammlung umfasst italienische Malerei und Plastik des 19. und 20. Jahrhunderts. Über den Corso Vittorio Emanuele kehrt man zurück zur Piazza dei Cavalli. Von dort gelangt man nordöstlich durch den belebten Corso Cavour zu dem mächtigen Palazzo Farnese. Mit seinem Bau war 1558 nach Plänen des Architekten Vignola begonnen worden. Ferienhäuser Piacenza und Ferienwohnungen Piacenza sind sehr beliebt.