Länder Guide Ferrara

"Groß ist Florenz und herrlich, doch der Wert von allen seinen aufgehäuften Schätzen reicht an Ferreras Edelsteine nicht." Auch wenn Johann Wolfgang von Goethe seinen Torquato Tasso hier etwas schwärmen lässt, kommt diesem Ausspruch doch einige Berechtigung zu.

Die Provinzhauptstadt Ferrara ist unter den Städten der Emilia die ruhigste, hier bestimmen Fahrräder das Tempo - und neben Bologna die schönste. Sie liegt im Osten der oberitalienischen Tiefebene, 5 km südlich des Po, mit dem sie über einen schiffbaren Kanal verbunden ist, nur noch 50 km von der Adria entfernt.

Im Mittelalter und in der Renaissance war Ferrara zeitweise gleichbedeutend mit Mailand, Florenz und Venedig, und aus dieser Zeit hat sich sein Stadtbild erhalten. Eine fast 9 km lange Stadtmauer umgibt die weitgehend autofreie Innenstadt, die sich um eine mächtige Wasserburg gruppiert. Eine breite Straße führt mitten durchs Zentrum. Im Süden liegt das Gassen- und Häusergewirr des mittelalterlichen Ferrara, im Norden folgt die Renaissancestadt mit geraden, rechtwinklig angelegten Straßen, die von Palästen gesäumt werden. Seit dem Jahr 1995 ist Ferrara UNESCO-Weltkulturerbe.

Ferrara, erstmals im 8. Jh. erwähnt, war Sitz eines langobardischen Herzogs. Nach dem Tod des letzten Langobardenkönigs kam die Stadt 774 über Karl den Großen an die Päpste, die sie gegen Ende des 10. Jh. den Markgrafen von Tuszien zu Lehen gaben. Als freie Kommune war Ferrara im 12. Jh. Mitglied des Lombardenbundes, kam dann 1240 in den Besitz der Este, unter denen sie eine Blütezeit als Zentrum für Humanismus erlebte.

Die Piazza della Cattedrale wurde im Jahr 1135 begonnen, Ende des 13. Jh. als fünfschiffige Basilika mit Emporen war sie fast fertig. Der älteste Bauteil ist die Fassade. 1498-99 erhielt die Kirche eine neue Apsis von Biagio Rossetti, 1712-18 erfolgte die stärkste Änderung der Baugestalt, deren usprüngliche Proportionen aber 1925 wiedergewonnen wurden. Im Museo del Duomo ist der Sarkophag und andere Fragmente aus dem 8. Jh. von besonderem Interesse.

Das Castello Estense ist ein von Wassergräben umgebener quadratischer Festungsbau, eines der besterhaltenen Dynastenschlösser des Mittelalters. 1385 begonnen, im 16. Jh. fertiggestellt. Das Casa Romei ist einer der bedeutendsten Profanbauten des 15. Jh. in Italien, um 1445 auf Anordnung von Giovanni Romei erbaut. Für die Dekoration des Innern des um 2 Höfe errichteten Baus war Camillo Filippi größtenteils verantwortlich. Der Palazzo die Ludovico il Moro war vom Verfall bedroht und wurde in den 1930er-Jahren nicht ganz einwandfrei instandgesetzt. Komfortable Ferienhäuser Ferrara und Ferienwohnungen Ferrara sind bei Touristen sehr beliebt.