Länder Guide Aube

Aube - der Fluß der edlen Tropfen
Die Aube, gesprochen "Ob", ist einer jener langen, schmalen Flüsse im Nordosten Frankreichs, die ihre Fluten kurz über lang in die Seine entlassen. Damit weiß der Leser bereits: Paris ist nicht weit weg. Tatsächlich liegt das nach dem Fluss Aube benannte Département rund um die Stadt Troyes nur 50 Kilometer östlich der Metropole.

Obwohl die Aube mit ganz normalem Quellwasser gefüllt ist, erweckt ihr Name Assoziationen an edle Tropfen von Weltruf. Sie entspringt nämlich im "Cote d´Or" in Burgund und wälzt sich später durch die Champagne. Doch nicht nur Spirituosenkenner reisen gern an die Aube - zumal ihre Ufer weniger von Weinbergen gesäumt sind als von Natur und Zeugen der Vergangenheit.

Letztere beginnen mit dem einstigen Zisterzienser-Kloster in Auberive. An vergangenes Blutvergießen gemahnen die Schlachtfelder dreier Kriege rund um Bar-sür-Aube (hier hatten die Franzosen 1914 ihr Hauptquartier) und das Museum der Militärschule in Briènne, wo 1784 ein gewisser Leutnant Bonaparte sein Offizierspatent erwarb. Wer Georg Büchners Theaterstück "Dantons Tod" gelesen hat, kann in Arcis-sür-Aube den Spuren dieses großen Revolutionärs nachgehen.

Rund um die Städte lädt abwechselungsreiche Natur zu Entdeckungen ein. Den Oberlauf der Aube rahmen die (Wein-)Berge des Cote d´Or, ehe es in die Champagne hinabgeht. Diese Landschaft hat ihren Namen von den "Feldern" (Champs) und war bis ins 17.Jahrhundert weniger für Schaumwein bekannt als der "Brotkorb von Paris". Die Champagne war das erste große Ackerbaugebiet Westeuropas und lebt bis heute von Landwirtschaft.

Und doch gibt es noch unberührte Natur am Rande von Paris. Kurz vor der Vereinigung von Aube und Seine, unweit Brienne, lockt der Regionale Naturpark "Foret de l´Orient" (Östlicher Wald) mit 70.000 Hektar Wald, Feuchtgebieten und drei künstlich aufgestauten Seen, die der Wasserversorgung von Paris dienen. Einer der Seen ist als Naturschutzgebiet ausgewiesen, die beiden anderen werden nicht nur von der Pariser Bevölkerung als Ausflugsgebiet und Wassersportrevier hoch geschätzt.

Und was gibt es rund um die Aube noch zu sehen? Paris, natürlich, aber auch viele andere Städte der Region. Troyes, Fußballfreunden als sporadischer Erstliga-Verein ein Begriff, lockt mit seiner Altstadt und einem halben Dutzend Museen. In Reims, Hauptstadt der Champagne und Bischofssitz, sollte neben der Kathedrale und der Basilika Saint-Remi(gius) auch das "Musee de Reddition" besichtigt werden: Hier kapitulierte am 7.Mai 1945 die deutsche Wehrmacht - der Zweite Weltkrieg war zuende.

Heute sind die "Allemands" wieder willkommen in Frankreich.